"Hirsch" in der Schwebe

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Der Bebauungsplan steht, doch wie genau die Nachfolgeplanung für den ehemaligen „Gasthof Hirsch“ in Pitzling aussieht, ist aktuell noch nicht bekannt.

Landsberg – Es waren nur wenige Einwände, die von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange gegen die Festsetzungen der Bebauungspläne „Pitzling Nord“ und „Pitzling Mitte“ geltend gemacht wurden. Einigen davon konnte die Stadt sofort Rechnung tragen. Dennoch wollte die UBV mit Unterstützung der Landsberger Mitte über den Plan, der den Ortskern betrifft, am Mittwoch nicht beraten. Sie beantragte, zunächst ein weiteres Mal eine Bürgerversammlung durchzuführen. Die große Mehrheit der Mitglieder des Stadtrats sah dazu aber keinen Grund.

Nach wie vor gibt es ein Thema, das die Pitzlinger elektrisiert: Wie sieht die Nachfolgeplanung für den Gasthof Hirsch aus? Der Sachstand ist unverändert: Die Eventmanager Bernhard und Thomas Reicherzer haben das Grundstück erworben und wollen dort ein Wohnhaus, ein Mietshaus, einen Biergarten und einen Veranstaltungsraum errichten. Das Ganze soll nah an das alte Bild angelehnt werden.

Glück fürs Dorf

Die Stadt Landsberg hatte darauf erfreut reagiert. „Da haben Sie Glück für Ihr Dorf“, hatte Stadtbaumeisterin Birgit Weber den Pitzlingern im Februar sogar attestiert – und im Bebauungsplan „Pitzling Mitte“ Baufenster vorgesehen, die zwar über den alten Zustand hinausgehen, das räumliche Gesamtbild des Ensembles jedoch aufrecht erhalten. Davon ausgehend haben die beiden Brüder inzwischen auf eigene Kosten einen Architektenwettbewerb gestartet. Auch das hat die Stadt positiv überrascht – so etwas gebe es äußerst selten.

Mit dem Vertagungsantrag wollte die UBV nach Angaben von Ortssprecher Franz Daschner erreichen, dass das Ergebnis des Wettbewerbs, also die konkrete Planung, den Bürgern präsentiert wird, bevor der Stadtrat über den Bebauungsplan Beschluss fasst. Christian Hettmer (CSU) vertrat hingegen die Auffassung, ein Bebauungsplan mit festgelegten Baufenstern sei besser als gar kein Plan, denn ohne Plan komme es lediglich auf das Einfügen des Vorhabens an – für die zwingende Orientierung an der Bebauung der Vergangenheit sei dabei kein Raum.

Plan oder Antrag?

Auch Birgit Weber sah die Vertagung nicht als sinnvoll an – sollten die Architekten ganz andere Vorschläge unterbreiten, könnte man immer noch einen „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ aufstellen. Bei dieser Sonderform des Bauleitplans können die Investoren und die Stadt die Maßnahmen in einem eng umrissenen Gebiet im einzelnen abstimmen.

Ob aufgrund eines neuen Plans oder als Folge von Bauanträgen und beantragten Baugenehmigungen: In jedem Fall sei es möglich, die Pitzlinger Bürger noch einmal zu Wort kommen zu lassen, versicherte Weber. Das letzte Mal geschah das im Februar im Rahmen der Ortsteilversammlung. Thomas Reicherzer hatte dort auf Einladung des Oberbürgermeisters das Projekt vorgestellt. Wie der KREISBOTE berichtete, tat er das „sensibel, problembewusst und gesprächsbereit“. Man kann davon ausgehen, dass die Bauherren diese Grundhaltung nicht aufgeben.

Ungeachtet dessen stimmten die UBV und die Landsberger Mitte letztlich doch gegen die Verabschiedung des Bebauungsplans „Pitzling Mitte“. Den Plan „Pitzling Nord“ trugen sie hingegen mit.

Werner Lauff

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