Drogeriemarkt abgelehnt:

Reibt sich Penzing schon die Hände?

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Warum den Drogeriemarkt für Landsbergs Osten nicht an der Münchener Straße? Stadtbaumeisterin Annegret Michler bestätigte das bevorstehende Ende des Netto-Marktes hinter der Allguth-Tankstelle, doch das Problem an diesem Standort sei die Lage.

Landsberg – Die Rechnung der CSU-Fraktion ging nicht auf, nach dem Nein im Bauausschuss setzte es im Stadtrat erneut eine Niederlage: kein Drogeriemarkt auf dem Penzinger Feld.

Mit 16:11 sprach sich das Plenum gegen den Antrag der Christsozialen aus und beauftragte die Verwaltung erneut damit, das Areal direkt neben Sanitär Merkl zu vermarkten.

Wie mehrfach im KREISBOTEN berichtet, müht sich die CSU-Fraktion schon seit Juli vergangenen Jahres, für besagtes Areal die Ansiedlung eines Drogeriemarktes durchzubringen. Im Februar wurde der von Helmut Weber eingebrachte Antrag im Bauausschuss behandelt, scheiterte jedoch mit 7:8 knapp.

Tags darauf legten Weber&Co. einen Überprüfungsantrag auf den Tisch des Ober­bürgermeisters – in der Hoffnung, im Stadtrat eine Mehrheit zu finden. Doch weit ge­fehlt, nicht mal fraktionsintern schaffte man es, alle Kräfte für das Vorhaben zu gewinnen: Antragsteller Weber hatte sich für diesen Abend entschuldigen lassen, Barbara Juchem scherte aus – offensichtlich sehr zur Verärgerung von CSU-Bürgermeister Norbert Kreuzer, der beim Auszählen ausdrücklich und namentlich auf das Abstimmverhalten seiner Fraktionskollegin hinwies.

Magnet für Landsberg

Zufrieden dürfte Kreuzer mit Edelgard Dörre gewesen sein, sie legte sich mächtig ins Zeug. „Jetzt geht’s auch noch um meine Branche“, schickte die Mitinhaberin eines Kosmetik-Studios im Vorderanger voraus, wer dachte da nicht, dass sie sich vehement gegen den Drogeriemarkt aussprechen würde. Weit gefehlt, die „Vertretung der Einzelhändler bzw. Innenstadt“, wie sie sich selbst in einem Antrag an OB Neuner be­zeichnet, brach eine Lanze für das Ansinnen ihrer Fraktion.

Mehr noch, selbst wenn am Penzinger Feld ein Bekleidungsgeschäft angesiedelt würde, dann „wäre das ein zusätzlicher Magnet für Landsberg.“ Allerdings forderte Dörre ausdrücklich: Wenn „dort oben“ Neues käme, dann sei es „wichtig, eine Verknüpfung zur Innenstadt zu schaffen, denn damit lösen sich viele Probleme in Luft auf.“ Den von Dörre ins Gespräch gebrachten kostenfreien Shuttle-Bus würden die Leute dann auch dazu nutzen, um von der Stadt zum Fachmarktzentrum zu fahren, warf Reinhard Skobrinsky (BAL) ein.

Haushaltsreferent Harald Reitmeir (CSU) sorgte sich um die klamme Kassenlage der Stadt. Es gebe bereits einen Interessenten für das Areal, und der sei durchaus bereit, 300 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen. „Wir können dort oben schon hinlangen und mit einer satten Einnahme unseren Haushalt konsolidieren.“ Mit Blick auf die unter Ex-OB Lehmann gescheiterte Ansiedlung eines Großkinos im Osten Landsbergs sagte Reitmeir: „Penzing reibt sich doch schon jetzt die Hände.“

Für die Räte von Landsberger Mitte und UBV sind derlei Argumente nur vorgeschoben. Sie unterstellen den Christsozialen nach wie vor, nur ein Ziel zu verfolgen: die Neuansiedlung von Baustoffhandel Rieth verhindern. Bereits dreimal, das bestätigt auch OB Neuner, ist das Landsberger Unternehmen mit einem Kaufgesuch südlich des Fachmarktzentrums gescheitert.

Wer „Stadtpolitik aus Vergeltung“ betreibe, sei im Stadtrat fehl am Platz, mahnte Dr. Reinhard Steuer (UBV). Dessen Fraktionschef Christoph Jell sowie Axel Flörke (Landsberger Mitte) erinnerten an das im Zuge der FMZ-Ansiedlung entwickelte Konzept, nach dem an „hiesige Gewerbetreibende“ zu „moderaten Preisen“ verkauft werden solle. Beide mahnten: „Keine Entwicklung nur für Investoren; den Schutz der Innenstadt nicht aus den Augen verlieren.“ Für Axel Flörke wäre der Drogeriemarkt nur der Einstieg: „Wie wollen wir argumentieren, wenn danach ein großer Buchhändler kommt?“

Toni Schwaiger

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