Rechnerisch nicht möglich

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Auch der Heilig-Geist-Kindergarten an der Malteserstraße könnte erweitert werden.

Landsberg – Dass die Stadt mehr Kinderkrippenplätze braucht, ist unumstritten; dazu finden Gespräche mit bestehenden Einrichtungen statt, unter anderem der Lebenshilfe („Arche“) und der Diözese („Heilig Kreuz“). Dabei soll der Landsberger Osten stärker berücksichtigt werden. Wie aber steht es um die Kindergartenplätze? Hierzu liegen völlig widersprüchliche Angaben vor; der Stadtrat rätselt.

Beraten hat er darüber allerdings nur indirekt, nämlich im Rahmen der Frage, ob ein Antrag der Fraktionen von SPD, Grünen und UBV dringlich war oder nicht. Die Fraktionen hatten kurz vor der Sitzung gemeinsam darum gebeten, Sofortmaßnahmen einzuleiten. Dazu sollte unter anderem der Mehrzweckraum im Kinderhaus in einen Gruppenraum für eine Kindergartengruppe umgewandelt werden. Gleichzeitig sollte in der Verlängerung des Gebäudes ein provisorischer Ersatzraum als Bewegungsraum geschaffen werden. „Die Verwaltung wird beauftragt, bis zum Beginn des Kindergartenjahres 2016 / 2017 das notwendige Personal für eine zusätzliche Kindergartengruppe einzustellen“.

Der Antrag sei aber nicht dringlich, meinte Justitiarin Petra Mayr-Endhart, denn erst einmal müssten die genauen Zahlen geklärt werden. „ Rein rechnerisch kann es nicht möglich sein, dass wir eine Warteliste haben“, sagte die Abteilungsleiterin, die auch für Kindergärten zuständig ist. Eigentlich reichten die Plätze für alle Kinder im fraglichen Alter aus. Genaues wissen allerdings offenbar weder die Stadt noch das Landratsamt: Die Stadt kennt zwar die Warteliste, aber nicht die tatsächliche Belegung; „die kennen nur die Träger“. Die Stadt habe auch nicht das Recht, die Belegung zu erfragen; das dürfe nur das Landratsamt. Eine zentrale Erfassung über eine Software sei zwar geplant, aber noch nicht verwirklicht.

Nach der Warteliste seien noch 80 Kinder unversorgt. „Diese Zahl stimmt sicher nicht“, meinte Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU). Deswegen sei es auch nicht richtig, „aus dem Bauch heraus“ zu entscheiden und „Hals über Kopf“ Container aufzustellen. Tatsächlich scheint noch nicht einmal klar zu sein, auf welches Kinder­gartenjahr sich die Listeneinträge beziehen. Auch ist davon auszugehen, dass die zigfache Zurückweisung von Eltern dem Stadtrat, der Verwaltung und der Presse nicht verborgen geblieben wäre.

Es sei daher „ein Formfehler“, die Dringlichkeit des Antrags zu bejahen, legte der Oberbürgermeister dar und drängte den Punkt geradezu von der Tages­ordnung. Er soll nun in der letzten Sitzung vor der Sommerpause am 27. Juli beraten werden. Christoph Jell (UBV) machte allerdings darauf aufmerksam: „Wenn wir erst dann darüber reden, passiert bis September nichts mehr“.

Einen Vorteil hat die Vertagung allerdings: Bis Ende Juli dürften Träger, Stadt und Landratsamt mit dem Zählen fertig sein.

Werner Lauff

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