Nomen est omen: Theaterlust

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Annäherung der ungleichen Nachbarn: Isabel (Silvia Andersen) und Charles (Stefan Lehnen) im „Romance in D“.

Landsberg – Schon lange sind die Inszenierungen von „Theaterlust“ aus München Publikumsmagnete, egal ob „Dracula“ oder „Gatte gegrillt“. Auch die „Romance in D“ hat am Samstag die Menschen im  Stadttheater mit Schwung, brillanten Schauspielern und vor allem Spielfreude begeistert – Theaterlust eben.

Eigentlich will er nur seine Ruhe haben: der eigenbrötlerische Musikwissenschaftler Charles. Doch durch einen Zufall rettet er seiner nicht minder kauzigen Nachbarin Isabel das Leben, die ihrerseits eigentlich nur in Ruhe den Kopf in den Gasherd stecken wollte. Und so nimmt die Bekanntschaft ihren Lauf: Charles, der Musiker (Stefan Lehnen), misstraut der Sprache, Isabel (Silvia Andersen) schreibt Gedichte und hat noch nicht einmal einen CD-Player. Dazu kommen Charles quirlige Mutter Helen (Christa Pillmann) und Isabels Vater Sam (Michael Krone), ein gutmütiger Teddybär, der durch seine wiederholten Hilfsangebote auf den Nerven seiner Tochter herum trampelt.

Aus der Annäherung der verschiedenen Charaktere ergeben sich wunderbar komische Situationen; einfach hinreißend, wie Charles die Tiraden seiner Mutter mittels Klavierstücken kommentiert, Sam versucht, mit einer lamettabehängten Zimmerpalme die Stimmung seiner Tochter zu heben oder die beiden Nachbarn in ihren spiegelbildlichen Wohnungen ähn­liche Handlungen ausführen. Sehr poetisch, wie Isabel und Charles den Einfluss des anderen spüren, wie er unmerklich in ihre jeweilige Ausdrucksmöglichkeit einfließt. Charles komponiert ein Musikstück über ihren Namen, Isabel verfasst ein Gedicht über einen Musiker. 

Die Inszenierung von Thomas Luft schafft den Spagat, die Geschichte um Einsamkeit und Liebe mit Witz und Leichtigkeit zu erzählen, ohne sie vorzuführen. Die Charaktere bleiben bei all ihrer alltäglichen Lächerlichkeit irgendwie liebenswert. Natürlich gibt es ein Happy-End… die beiden Senioren sind schneller, werden zuerst zum Paar, während sich die „Mittelalten“ noch vorsichtig annähern. Doch auch sie schaffen den Übergang vom Einsiedler zum Pärchen, plötzlich ist die Trennung der Bühnenhälften in zwei Wohnungen, zwei Leben aufgehoben. Patricia Eckstein

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