Die Stellschraube klemmt

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Die Personalkosten der Stadt Landsberg steigen im nächsten Jahr auf 17,2 Millionen Euro.

Landsberg – An dieser Stellschraube würde der Kämmerer gerne jetzt schon kräftig drehen, allein, ihm fehlt die Grundlage dafür. Peter Jung muss erst die Organisationsprüfung 2013 abwarten, bevor er die Personalkosten zu reduzieren versucht.

Fürs kommende Jahr muss sich der Stadtkämmerer mit einer Steigerung um satte 1,53 auf 17,2 Millionen Euro abfinden. Jungs Zahlen sorgten am Mittwoch im Finanzausschuss durchaus für Verwunderung. Immerhin waren die meisten Ratsmitglieder davon ausgegangen, dass sich in Zeiten finanzieller Not auch im Personalhaushalt etwas tun werde. Das aber könne erst in 2014 der Fall sein, wenn auf die Erkenntnisse der geplanten Organisationsprüfung durch ein externes Unternehmen reagiert werde. „Wir wollen dabei das ganze Haus auf den Kopf stellen und auch Stellenbewertungen durchführen“, kündigte Peter Jung an. „Die Personalkosten sind zu hoch, das ist klar, aber wir müssen jetzt erst mal das Gutachten abwarten.“

Ungeachtet dessen sei der „Denkprozess schon in Gang gesetzt“, betonte OB Mathias Neuner mit Blick auf Reinhard Skobrinsky. Es dürfe keine Tabus geben, hatte der BAL-Stadtrat gefordert, auch nicht den befristeten Ausstieg aus der Ausbildung. In der Tat will die Stadt im nächsten Jahr keine neuen Azubis einstellen, was Gunnar Kahmke (SPD) und Bürgermeisterin Sigrid Knollmüller ausdrücklich bedauerten. Die von Ludwig Hartmann ins Feld geführte Wiederbesetzungssperre, „etwa für ein halbes Jahr“, lässt sich laut Personalchef Roland Schmid bei einer Fluktuation von 50 bis 60 Mitarbeitern pro Jahr nicht grundsätzlich umsetzen. Vor Kurzem aber war es möglich; die Stelle eines jüngst verstorbenen Mitarbeiters in der Verkehrsüberwachung sei nicht nachbesetzt worden.

Die bereits vorgenommenen Minderungen im Personalbereich umfassen laut Kämmerer Jung 500000 Euro. Gleichwohl klettern die Kosten für die rund 670 Mitarbeiter der Stadt im Vergleich zum Vorjahr erneut um 1,53 Millionen nach oben, 700000 Euro davon resultieren aus Besoldungs- und Tariferhöhungen, gut 800000 Euro aus Stellenmehrungen (Kinderhaus, AKE-Kindergarten, Heilig-Geist-Spital, Forstamt).

Von der Wiedereingliederung des Eigenbetriebes FUN in die Kernverwaltung hat sich das eine oder andere Ratsmitglied mehr erwartet als zwei Stellen weniger (Theatergastronomie und Stellvertreterin). „Da müsste doch eigentlich mehr frei werden“, meinte Roland Ritter (CSU). Jung dazu: „Davon gehe ich aus.“ Toni Schwaiger

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