Noch besser aufgestellt

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Besiegelten jüngst den Einstieg der Stadtwerke Landsberg in die SüdWestStrom GmbH (von links): Geschäftsführer Stefan Fella, Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Kleck (Stadtwerke Bretten), Stadtwerke-Vorstand Christof Lange sowie die weiteren SüdWestStrom-Geschäftsführer Daniel-Klaus Henne und Christian Köhler.

Landsberg – Um „weiterhin strategisch und wirtschaftlich gut aufgestellt“ zu sein, beteiligen sich die Stadtwerke an der SüdWestDeutschen Stromhandels GmbH mit 0,15 Prozent des Stammkapitals. Dies wurde auf der letzten Gesellschafterversammlung der SüdWestStrom im Juli offiziell verkündet. Das selbständige Kommunalunternehmen „Stadtwerke Landsberg KU“, das erst seit 2010 unter diesem Namen firmiert, will somit Einfluss auf seine Beschaffungsszenarien erhalten.

Ende der 1990er Jahre wurde der Strommarkt geöffnet. „Dies setzte kleine und mittlere Stadtwerke vor Herausforderungen, denn es bestand Ungewissheit, inwiefern diese den großen Energieversorgern gegenüber wettbewerbsfähig bleiben“, erklärt Wolfgang Mohr, Leiter Marketing und Vertrieb bei den Stadtwerken Landsberg, „denn nicht jedes Stadtwerk hat die Kompetenzen und Möglichkeiten einer eigenen Beschaffungsabteilung.“ Zugänge zur Börse und Großhandelsmärkten lagen nicht vor.

Als Lösung schlossen sich mehrere Stadtwerke aus Baden-Württemberg, zusammen. Ihr Ziel war es, über eine Beschaffungsplattform – den Strom-Portfolio-Pool – ihre Strommengen zusammenzulegen und somit günstig die Strommengen einzudecken. Die entstehenden Kosten und möglichen Gewinne sollten gerecht auf die Mitglieder verteilt werden. Somit kam es, dass sich die Südwestdeutsche Stromhandels GmbH, kurz SüdWestStrom am 3. Februar 1999 mit 30 beteiligten Stadtwerken gegründet hat. Der Firmensitz von SüdWestStrom wurde bei einem der Gründungsgesellschafter angesiedelt: Stadtwerke Tübingen.

Im vergangenen Jahr gehörten der SüdWestStrom 57 Mitglieder an, sie setzte rund 701 Millionen Euro um und erwirtschaftete einen Jahresüberschuss von zwei Millionen Euro. Mohr: „Die beteiligten Stadtwerke erhalten wie im Vorjahr eine höhere Ausschüttung auf ihr Stammkapital als die im Gesellschaftsvertrag geregelte Mindestverzinsung: 5,94 Prozent. Das Eigenkapital stieg um 5,2 auf 44,2 Millionen Euro.“

„Unser Ziel ist es nun, nicht nur Strom und Gas über die SüdWestStrom zu beschaffen, sondern aktiv, die Strategie der SüdWestStrom mit zu steuern“, so Christof Lange, kaufmännischer Vorstand der Stadtwerke Landsberg. Lange weiter: „Es ist ein strategischer Gedanke, da wir als Mitgesellschafter direkt und unmittelbar an Veränderungen des Marktes dran sind.“ Der Verwaltungsrat der Stadtwerke Landsberg habe dieser Beteiligung in nichtöffentlicher Sitzung zugestimmt und das notwendige Kapital freigegeben. Somit habe auf der nächsten Gesellschafterversammlung der SüdWestStrom bekanntgegeben werden können, dass die Stadtwerke Landsberg mit 0,15 Prozent (25.000 Euro) am Stammkapital insgesamt beteiligt seien. Christof Lange: „Damit ebnen wir uns den Weg auf die künftig noch flexibleren und digitalisierten Märkte einzugehen.“

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