Sorgenkinder bleiben

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Mit der Errichtung des Druckregelschachtes an der Epfenhausener Straße wurde in diesem Jahr das Projekt „Wasser 2010“ fertiggestellt. Diese Baumaßnahmen hatten bereits im Jahresabschluss 2012 für Verluste von rund 241000 Euro gesorgt.

Landsberg – Schwarze Zahlen wird das Kommunalunternehmen Stadtwerke Landsberg in den kommenden Jahren wohl noch nicht schreiben. Doch laut Jahresabschluss 2012 hat sich der Verlust von 4,146 Millionen Euro zumindest auf 1,659 Millionen verringert.

Das immer noch große Minus resultiere aus Verlusten bei der Stromversorgung – aber auch das Inselbad und die Parkgaragen bleiben defizitär. Überraschende Gewinne verbuchte dagegen der Posten Fernwärme, ebenso wie „Nebengeschäfte“, schreiben die Vorstände Norbert Köhler und Christof Lange in ihrem Abschlussbericht, der sieben Tage lang öffentlich auslag.

„Insgesamt war der Geschäftsverlauf 2012 entsprechend den Erwartungen“, so die Vorstände. Das gegenüber 2011 deutlich verbesserte Jahresergebnis sei zum Teil auch auf die Verringerung negativer Sondereffekte, wie Drohverlustrückstellungen, zurückzuführen. Bei der Stromversorgung stand ein hoher Verlust von rund 1,02 Millionen Euro zu Buche – wie in ganz Deutschland sei hier die Strompreisdiskussion ausschlaggebend. Auch bei der Stromerzeugung an der Maiermühle erhöhte sich der Verlust um 24000 Euro, da die Materialaufwendungen mehr als drei Mal so hoch waren wie noch im Vorjahr.

Im Bereich der Gasversorgung decken die Erträge nicht die Aufwendungen, was für die Stadtwerke zu einem Verlust von 50000 Euro im Jahr 2012 führte. Eine deutliche Verschlechterung verzeichneten Köhler und Lange zudem bei der Trinkwasserversorgung: 241000 Euro betrage der Verlust – im Vorjahr hatte man noch einen Gewinn von 10000 Euro in diesem Bereich. Ausschlaggebende Faktoren für diese Verschlechterung seien größere Baumaßnahmen im Stadtgebiet. Auf der anderen Seite war der Bau des neuen Wasserhochbehälters in Pitzling, der in diesem Jahr schließlich in Betrieb genommen wurde, auch eine wichtige Investition für eine funktionierende Trinkwasserversorgung. 

Eine positive Überraschung war für die Vorstände wohl der Gewinn bei der Fernwärme: Dem Vorjahresverlust von 1,068 Millionen Euro steht nun ein Gewinn von 433000 Euro gegenüber, was vor allem an einer besseren Absatzsituation liege. Auch der Gewinn der Kläranlage hat sich 2012 gesteigert und so beläuft sich das Plus bei der Entwässerung auf rund 244000 Euro.

Lukrative Nebengeschäfte

Positiv zum Unternehmensergebnis beigetragen habe auch der 2012 neu geschaffene Betriebszweig „Nebengeschäfte“. Dieser umfasst beispielsweise die Vermietung von Leerrohren, Instandhaltungsmaßnahmen an der Straßenbeleuchtung im Landsberger Stadtgebiet oder den Ausbau und die Vermietung eines Breitband LWL-Netzes. Die Nebengeschäfte kamen im letzten Jahr auf einen Gewinn von 28000 Euro.

Sorgenkinder der Stadtwerke bleiben weiterhin das Inselbad sowie die Parkgaragen. Zwar hat sich der Verlust in 2012 um mehr als die Hälfte gegenüber dem Vorjahr verringert, dennoch steht vor den 736000 Euro noch immer ein Minus. Anfang dieses Jahres hat man die Parkgebühren deutlich erhöht – damit soll der Verlust weiter schrumpfen. Beim Betrieb des Inselbades sind die Kosten im letzten Jahr gleich geblieben – die Erträge aber haben sich auf 227000 Euro verringert. 88845 Badegäste be-suchten das Freibad an 135 Tagen im letzten Jahr – das sind 1583 Badegäste weniger als noch 2011. Damit beträgt der Verlust 317000 Euro.

Gebühren erhöhen?

Das Inselbad sei einfach nicht kostendeckend zu führen, meinen Christof Lange und Norbert Köhler. Eine mittel- bis langfristige Lösung sei es, einen Sauna- und Wellnessbereich an das Bad anzugliedern. Ansonsten müssten gerade im Bereich Parken ebenso wie bei der Wasserversorung höhere Gebühren für geringere Verluste sorgen, im Bereich Fernwärme hingegen setze der Energieversorger auf die Gewinnung neuer Anschlussnehmer. Das „selbständige Kommunalunternehmen“ Stadtwerke als 100-prozentige Tochter der Stadt Landsberg sei weiter auf Verlustausgleiche angewiesen. Dafür aber sei noch keine Vereinbarung getroffen. Die Verluste teilweise ausgleichen könne man mit Entnahmen aus der „allgemeinen Rücklage“ der Stadtwerke, in die wiederrum unter anderem die Gewinne bei der Entwässerung fließen.

Die Gesamtentwicklung 2012 sei laut Köhler und Lange durchaus positiv zu bewerten. Der Einstieg in den Strom- und Gasvertrieb zeige, dass sich die Stadtwerke auf dem richtigen Weg befinden. Ziel sei es also „den Gesamtverlust deutlich zu reduzieren und mittel- bis langfristig Gewinne zu erzielen“. Für das laufende Wirtschaftsjahr rechnen die Vorstände mit einem Jahresverlust von rund 1,882 Millionen Euro.

Janina Bauch

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