Hotel am Warmfreibad Greifenberg

Zu Lasten des Freibades?

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Die nun vorgestellte städtebauliche Studie sieht den Bau eines Hotels auf dem Gelände des Warmfreibades Greifenberg vor.

Greifenberg – Immer wieder neue Pläne und Ideen sind in den letzten Jahren aufgetaucht, wie mit dem sanierungsbedürftigen Warmfrei- bad in Greifenberg verfahren werden soll. Ist jetzt die Lösung gefunden? Eine städtebauliche Studie, die nun im Kreistag vorgestellt wurde, sieht auf dem Areal ein Hotel mit Tiefgarage, ein Restaurant, ein Hallenbad inklusive Sauna und einen neuen Parkplatz vor. Ein Teil des Areals könnte hierfür veräußert werden, um die Unterhaltskosten für das neue Bad zu decken.

Die Studie, mit der der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München beauf- tragt worden war, sollte klären, wie und ob die vorhandenen Gebäude in ein „neues“ Bad einbezogen werden können und wie eine Zusammenarbeit mit dem benachbarten Fitness-Studio erfolgen kann. Dabei handele es sich aber lediglich um ein „grundsätzliches Konzept“, betonte Landrat Thomas Eichinger (CSU).

Der Fokus der Studie lag dabei auf der städtebaulichen Eingangssituation, erläuterte Marc Wißmann vom Planungsverband. Bereits ein 2013 erstelltes Gutachten ergab, dass eine Grundsanierung in etwa genauso viel kosten würde (rund 3,3 Millionen Euro) wie ein kompletter – wenn auch verkleinerter – Neubau.

Für die Neukonzeptionierung des gesamten Areals stellte Nasser Bazarganipour vom Planungsverband zwei verschiede- ne Varianten vor, die sich ausschließlich im westlichen Bereich – zur Schondorfer Straße hin – voneinander unterscheiden. Für beide Varianten müssten die bestehenden Tennis- plätze vom Tennisclub Greifenberg verlegt werden. Dadurch könne man dort einen Parkplatz mit etwa 72 Stellplätzen anlegen, so Bazarganipour. Die Wasserflächen wolle man auf einer Ebene errichten, um die Aussicht am besten nutzen zu können. Der Hang dahinter könnte als Liegewiese genutzt werden.

Im vorderen Bereich sieht Bazarganipour ein Hotel mit drei Etagen plus Tiefgarage im Hang vor. Außerdem könnte hier auch ein Hallenbad entstehen, das mit dem Fitness-Studio verbunden werden könnte. Des Weiteren würde auch das Restaurant beziehungsweise Café Platz finden. Der Unterschied der beiden Varianten liegt lediglich in der Lage des Restaurants. Während dieses bei Variante A direkt zur Schondorfer Straße hin ausgerichtet ist, rückt es bei der Variante B in den hinteren Bereich und bildet quasi einen „Biergarten“ im Hof des Komplexes.

Synergien nutzen

Mögliche Synergien sehen Wißmann und Bazarganipour im Gesamtstandort: So könnten beispielsweise Gäste des Hotels das Fitness-Studio benutzen, aber auch das Warmbad und die Tennisplätze würden mehrere, verschiedene Nutzer gewinnen. Aber auch andere Möglichkeiten ziehen die beiden vom Planungsverband in Erwägung: Der Inhaber von Hardy’s Fitness-Studio könnte möglicherweise das Hotel-Grundstück vom Landkreis erwerben oder das Hotel könnte das Warmbad mitbetreiben. Auch eine gemeinsam geführte Gastronomie wäre denkbar.

Über die Kosten sei man sich allerdings noch nicht klar, wie Landrat Thomas Eichinger erläuterte. Für die Verlegung der Tennisplätze sei der Landkreis allerdings nicht zuständig. Lediglich die neuen Parkplätze kämen noch dazu.

Kontroverse Stimmen

Vor allem das Hotel löste im Gremium gemischte Gefühle aus: Auch wenn einige positive Stimmen zu vernehmen waren, der Kritikpunkt war bei vielen derselbe: Die geplante Größe des Hotels – bei Variante A etwa 50 Betten, bei Variante B rund 54 Betten – sei zu klein: Bei solch einer geringen Bettenzahl könne weder Wellness noch Seminar stattfinden, so Monika Groner (GAL). „So ein kleines Hotel rechnet sich auch für keine Gastronomie“, meinte Ulla Kurz (SPD). Marc Wißmann vom Planungsverband hielt dagegen, dass ein größeres Hotel zu Lasten des Warmfreibades gehen würde.

Irritiert zeigte sich Groner auch dahingehend, dass in der Studie nicht über eine mögliche Wohnnutzung nachgedacht wurde, die ihres Erachtens finanziell durchaus sinnvoll wäre. Eine Wohnnutzung habe sich bei der Beschäftigung mit dem Gelände nicht ergeben, so Wißmann. Auch Landrat Eichinger machte deutlich, dass er von solch einer Nutzung nichts halte: „Man plant sich damit Probleme“.

Eine Entscheidung wurde bislang aber noch nicht gefällt. Weitere Beratungen werden im September im Kreisausschuss stattfinden. Ende September könnte dann der Kreistag eine Entscheidung treffen, wie es mit dem Gelände weitergehen soll.

Astrid Erhard

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