Jede Menge Anknüpfungspunkte

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Die Gruppe der isländischen Delegation vor der Bücherei (v.l.): Edda Björg, Helena, Pernilla, Jöna Simonia, Antje Bommel, Heinrich Höge (beide vom Organisationskomitee) VHS-Leiterin Eva Licciardello und Büchereileiterin Monika Hecht.

Kaufering – Die Städtepartnerschaft mit der isländischen Stadt Isafjördur nimmt konkrete Formen an. Nachdem im November eine Kauferinger Delegation mit Bürgermeister Erich Püttner nach Island gereist war und den Freundschaftsvertrag unterschrieben hatte, gab es nun den ersten offiziellen Gegenbesuch

Jöna Simonia, Edda Björg, Pernilla Rein und Helene kamen im Rahmen einer von der isländischen Gewerkschaft finanzierten Fortbildungsreise nach Kaufering. Die vier Damen arbeiten im Kulturbereich und in der Stadtbücherei von Isafjördur. Daher galt ein besonderes Interesse der hiesigen Bücherei am Fuggerplatz. Deren Leiterin Monika Hecht hatte die Ehre, ihren Gästen einen Einblick in das Innenleben einer öffentlichen Bücherei zu geben. Fachliche Anknüpfungspunkte gab es genügend. „Manchmal war es ein sprachliches Kuddelmuddel aus isländisch, englisch und deutsch“ meinte schmunzelnd die Büchereileiterin. Einen Meinungsaustausch gab es auch mit VHS-Leiterin Eva Licciardello. Die Bücherei war dann auch Treffpunkt für den offiziellen Teil des Besuches. Jöna Simonia stellte in einer Power-Point-Präsentation die Geschichte ihrer Stadt mit 2624 Einwohnern vor. 

Antje Bommel vom Organisationskomitee Städtepartnerschaft übersetzte den Begriff Stadt zwar korrekt, meinte aber, nach deutschen Verhältnissen sei das eher ein Städtchen. In der gesamten Region rund um Isafjördur leben 3824 Menschen, darunter auch 16 gemeldete Deutsche. Der Ort liegt an der Westküste Islands etwa 450 Kilometer von der Hauptstadt Reykjavik entfernt. Die Fahrt dorthin dauert deshalb auch etwas länger, denn es gibt keine Autobahn und Gebirge müssen überquert werden. Dafür aber gibt es einen kleinen Flugplatz am Ort, der jedoch nicht bei allen Wetterlagen anfliegbar ist. Jöna Simonia erzählte nicht ohne Stolz, dass im Sommer fast jeden zweiten Tag Kreuzfahrtschiffe in Isafjördur anlegen. Ein wenig Tourismuswerbung schwang schon mit, wobei die grandiose Natur in der Power-Point-Präsentation von Jöna Simonia auch ohne Worte überzeugte. 

Die öffentliche Bücherei von Isafjördur präsentierte anschließend Pernilla ihren deutschen Kolleginnen. Vieles an Programmen und Aktionen ist ähnlich wie in Kaufering. Es gibt auch sehr schöne Aktionen mit und für Kinder, beispielsweise den Teddybär-Tag, wo Kinder ihre Teddys mitbringen können. Kinder dürfen auch Kinderbücher für einen Buchpreis bewerten. Die vier Isländerinnen waren am Sonntag angereist. Marktgemeinderätin Gabriele Heinle führte die Gäste nach ihrer Ankunft durch den Ort. Der Montag war der Kauferinger Bücherei und einer Stadtführung in Landsberg gewidmet, der Dienstag dann der Welfenkaserne mit Bunkerführung. Ein Highlight wird für die Besucherinnen von der Insel der Elfen und Trolle sicherlich am Mittwoch der Besuch in München sein. Donnerstag startet der Rückflug in die Heimat. Antje Bommel vom Organisationskomitee hofft, dass sich die Beziehungen zwischen Kaufering und Isafjördur vertiefen.

Siegfried Spörer

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