Auf die Stärken besinnen – Ernst Höss wieder an der Spitze der Kreishandwerkerschaft

hr Zeichen mit Hammer, Schraube und Eichenblatt steht für Qualität und Bodenständigkeit. Diese Werte sollen die Kreishandwerkerschaft aus dem Landkreis auch durch die Wirtschaftskrise tragen. Bei der Mitgliederhauptversammlung am vergangenen Donnerstag trafen sich unter anderem Bäcker, Friseure, Schreiner, Spengler, Zimmerer, Metzger und Metallbauer um ihre Spitze für die nächsten drei Jahre neu zu wählen, sich auszutauschen und zu informieren.

Thema des Abends war die aktuelle Wirtschaftslage. Dr. Lothar Semper, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, referierte dazu. Von „schlechten Zeiten“ und einem „Scherbenhaufen“ sprach Semper. Wogegen 2008 noch ein gutes Jahr war, verheißt er für die kommenden nichts Gutes. „Wir werden bis 2015 brauchen bis wir wieder da sind, wo wir 2008 waren.“ Auf das Konjunkturpaket II setzt Semper große Hoffnungen für das Handwerk. Er erwartet dadurch auf mehr Aufträge für die Handwerksfirmen, die auch schneller vergeben werden. Der Experte der Handwerkskammer informierte zudem über den Strukturwandel, der sich inzwischen bemerkbar gemacht hat. Semper lieferte dafür einen Vergleich: Über einen Zeitraum von zehn Jahren, von 1998 bis 2008 sei der Anteil der Handwerksbetriebe mit 19 Prozent gestiegen. Demgegenüber gebe es heute aber 16 Prozent weniger Beschäftigte, die im Handwerk tätig sind. Im Durchschnitt würden in den Betrieben heute noch vier Personen arbeiten. Betriebschef und Auszubildender seien dabei schon miteingerechnet. Der wiedergewählte Kreishandwerksmeister Ernst Höss sieht diese „Atomisierung“ der Betriebe ebenfalls als problematisch, denn zu kleine Betriebe würden „ausbildungsunfähig“ werden. Angesichts der Krise ermutigte Höss die Handwerker, sich auf ihre Stärken zu besinnen und betonte die Zusammenarbeit von Handwerkerschaft und Landkreis. Mut machte auch Landrat Walter Eichner (CSU): „Miteinander packen wir das!“. Eichner forderte die Handwerksmeister auf, weiterhin so gut auszubilden und versprach von Seiten des Landratsamts: „Wir bemühen weiter um eine gute Zusammenarbeit mit dem Handwerk.“ Auch er hofft, dass den Baumaßnahmen, die mithilfe des Konjunkturpakets II im Landkreis umgesetzt werden sollen, Anschlussarbeiten für die Handwerksbetriebe folgen. Neben Ernst Höss wurde auch Michael Riedle einstimmig wieder in seinem Amt als stellvertretender Kreishandwerksmeisters bestätigt. Die ebenfalls neu gewählten Mitglieder des Vorstandes sind auf dem Foto zu sehen.

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