Starker Einstieg

Kämpferisch für den HCL: Roland Hanemann. Foto: Krivec

Es war ein guter Start, den der HC Landsberg in die Punktrunde der Landesliga feierte. Mit 6:4 (3:0, 3:1, 0:3) schickte man Oberstdorf im ersten Punktspiel nach Hause und auch der Zuschauerzuspruch war mit 417 zahlenden Fans deutlich höher als erwartet. Dass die Stimmung nach der Partie nur gedämpft positiv war, hatte dann auch eher mit dem Spielverlauf zu tun.

Kapitän und Vorstand Markus Haschka wollte auch nicht lange darum herumreden, was am Freitag Abend alle sehen konnten. „Dass wir das verdient gewonnen haben, steht außer Frage“, so der 34-Jährige, „aber nach dem zweiten Drittel muss es eigentlich 9:1 stehen. Dass das Ergebnis noch so knapp ausgefallen ist, müssen wir uns selbst zuschreiben.“ In der Tat hatte die SG Oberstdorf/Sonthofen 1b in den ersten 40 Minuten nicht viel in der sanierten Landsberger Eishalle zu bestellen. Zweimal kurvte Roland Hanemann in typischer Art in das Drittel des Gegners, zweimal verwertete Andreas Guggenmos, nach neun Minuten lagen die Riverkings in ihrem ersten Landesliga-Punktspiel schon 2:0 in Führung. Nach 17 Minuten war erneut Hanemann der Vorarbeiter, diesmal staubte Michael Kerber zum 3:0 ab. Im zweiten Drittel startete Neuzugang Christian Augst (zuletzt Wörishofen) seine Tor-Show. Dreimal wurde er an der blauen Linie ins gegnerische Drittel geschickt, dreimal konnte kein Gästespieler seinem Antritt folgen, dreimal schloss Augst souverän ab. Dass Patrick Endras zwischenzeitlich für Oberstdorf traf, tat da nicht weh, hoch überlegen ging man mit 6:1 in die zweite Pause. Für Augst wie auch für Alexander Ott ein „Einstand nach Maß“, befand Haschka, doch aus dem erwarteten Schützenfest wurde dann doch nichts. Zu passiv präsentierten sich die Riverkings im Schlussabschnitt, die bis dahin eher bieder auftretenden Gästespieler kamen noch bis auf 6:4 heran. „Nichts gegen Oberstdorf, aber das haben wir uns schon selbst zuzuschreiben“, gesteht der Kapitän ein. „Das war unsere eigene Faulheit, wir sind dann einfach den nötigen Schritt nach hinten nicht mehr gelaufen. Das geht in der Bezirksliga vielleicht noch gut, in der Landesliga nicht. Da haben einige bei uns gemeint, das geht von selbst ganz locker weiter.“ Riverkings vs. Riverrats Für den kommenden Sonntag wird eine über 60 Minuten konzentrierte Leistung nötig sein, wenn man den nächsten „Dreier“ einfahren will. Dann heißt es um 17 Uhr im Heimspiel „Riverkings gegen Riverrats“. Gegen den Dritten der vergangenen Landesliga-Saison aus Ge­- retsried hat man, wenn auch dezimiert, in der Vorbereitung zweimal knapp verloren. Punkte sollten dennoch in Reichweite sei. „Wir wissen ja selbst, wo wir die Fehler gegen Oberstdorf gemacht haben. Ich bin mir ganz sicher, dass wir das abstellen. Auch wenn das ein starker Gegner ist, sollten wir eine gute Chance haben, wenn alle ihr Potenzial wirklich abrufen und jeder seine Aufgabe auch erledigt.“ Vielleicht gibt es dann bereits einen prominenten weiteren neuen Riverking zu sehen: Der Pass von Max Holzmann ging rechtzeitig vor Schließung des Transferfensters (15. Oktober) beim HCL ein. Der Sohn des Ex-Nationalspielers Georg Holzmann war zuletzt in Erding, Memmingen, Königsbrunn und Füssen unterwegs und könnte die Lücke in der Verteidigung schließen, die beim HCL durch den Abgang von Martin Bonenberger gerissen wurde. Ob und wie oft der 26-Jährige allerdings in Landsberg aufläuft, wird noch geklärt: „Er arbeitet als Lehrer in Miesbach und wohnt in München. Wir werden uns in dieser Woche erst einmal unterhalten, ob er das mit Training und Spielen bei uns unter einen Hut bringt“, sagt Haschka auf Nachfrage des KREISBOTEN. „Es ist auf jeden Fall positiv, dass er auf uns zugekommen ist, seinen Pass mitgebracht hat und bei uns spielen möchte, weil ihm unsere Philosophie gefällt.“ Mit Geld gelockt? Das Gerücht, man habe Spieler wie Augst oder Holzmann mit Geld an den Lech gelockt, dementiert der Kapitän dabei entschieden. „Wie jeder andere zahlen sie ihren Mitgliedsbeitrag, ihre Ausrüstung, ihren Traininsanzug selbst. Vom Verein gibt es Trikot, Helm, Hose und Handschuhe und nicht mehr. Angesichts der Personalprobleme, die wir manchmal haben, sind wir aber natürlich für solche Zugänge sehr dankbar, damit haben wir wir wesentlich mehr Freiheiten.“ Aber auch finanziell befindet sich der HCL im Moment eher auf der sicheren Seite. Durch die Übernahme des EVL-Nach­wuch­ses sind die Belastungen für den Verein zwar um ein Vielfaches gewachsen. Doch Oberbürgermeister Ingo Lehmann übergab Haschka vor dem Spiel gegen Oberstdorf einen Scheck der Sparkasse Landsberg-Dießen über 3000 Euro und stellte in Aussicht: „Wir haben die Eishalle für 2,5 Millionen Euro saniert, dafür danke ich auch dem Stadtrat. Zudem honorieren wir, was der HCL für den Eishockey-Nachwuchs in Landsberg getan hat. Das ist sicher nicht der letzte Geldbetrag, den wir zur Verfügung stellen.“

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