"So klingt der Sommer"

Blasmusik bei Badewetter

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Insgesamt beteiligten sich 55 Gruppen am Festumzug, darunter viele Blaskapellen aus dem Musikbezirk Oberbayern und benachbarten Regionen.

Obermeitingen – 15 Blaskapellen verwandelten den Platz an der Lechfelder Straße am Sonntag in einen riesigen Konzertsaal. Der Gemeinschafts­chor bildete zusammen mit dem anschließenden Festumzug den Höhepunkt des 45. Bezirksmusikfests, mit dem in Obermeitingen gleichzeitig das 30-jährige Jubiläum der Musikkapelle gefeiert wurde. Der Termin in den Sommerferien erwies sich als durchaus glücklich gewählt. Die Besucher kamen in Scharen, und Petrus spielte mit. Schließlich lautete das Motto des Festes ja: „So klingt der Sommer“.

Schick in Tracht und nach Instrumenten-Gruppen geordnet, versammelten sich die Musiker auf dem weiten Rasen unter den Bäumen. Geleitet wurden sie von der Ehrentribüne aus, wo nacheinander verschiedene Dirigenten zum Taktstock griffen, darunter die Leiterin der Obermeitinger Musikkapelle Daniela Rid. Fünf teils flotte, teils getragene Stücke später hatten sie die Zuschauer am Straßenrand restlos begeistert. Und niemand meckerte, dass die Zeit bis zum Start des Festzugs sich etwas länger hinzog als geplant.

Blasmusik bei Badewetter – etwas Schöneres konnte sich Bernhard Weinberger, Bezirksleiter Lech-Ammersee im Musikbund von Ober- und Niederbayern (MON), nicht vorstellen. Obermeitingens Bürgermeister Erwin Losert bescheinigte allen Gästen, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, Obermeitingen den Stränden in Italien, dem Sangria in Spanien oder dem Sirtaki in Griechenland vorzuziehen. MON-Vertreter Franz Donauer überbrachte die Grüße des Präsidenten Marcel Huber und ging auch auf das Jubiläum des Obermeitinger Musikvereins ein. „30 Jahre sind eine größere Leistung, als man gemeinhin annimmt.“

Als „Teil einer großen Gemeinschaft“ begrüßte Ex-Staatsminister Thomas Goppel in seiner Funktion als Präsident des Bayerischen Musikrats die Blasmusiker, von denen es in Bayern rund eine Million gebe. Landrat Thomas Eichinger bescheinigte ihnen die Fähigkeit, sich einzureihen und Kontrapunkte in verträglicher Art und Weise zu setzen. „Musiker übertragen Harmonie auch in andere Lebensbereiche wie Beruf und Familie.“

Zahlreiche Zuschauer in Obermeitingen

Harmonisch verlief auch das gesamte Festwochenende. Es habe weder Unfälle noch Alkoholexzesse gegeben, so die beiden federführenden Organisatoren Michael und Georg Weihmayer. „Die Stimmung war gut, und wir haben tolle Rückmeldungen bekommen.“ Obwohl Obermeitingen „keine Hochburg“ für solche Feste sei, kamen Besucher aus dem gesamten Landkreis, allein 1.000 zum Kreissenioren-Nachmittag.

Beim Festzug waren unter den 55 Gruppen auch Gäste aus Nachbarlandkreisen und sogar aus Österreich, und zwar in Gestalt des Musikvereins

St. Willibald. Die Obermeitinger Ortsvereine waren stark vertreten, dazu viele Schützen, Feuerwehren und natürlich Blaskapellen aus der Region sowie Turner, Theaterspieler, Trachtler, Gartler und viele mehr. Der Radfahrverein Igling sorgte mit einem historischen Hochrad für einen Hingucker, und aus einem Pensionsstall war eine Gruppe Reiterinnen hoch zu Ross erschienen.

Ein wesentlicher Teil des Bezirksmusikfests, die Wertungsspiele nämlich, hatte übrigens aus organisatorischen Gründen schon im April stattgefunden. Deshalb verzichteten die Veranstalter auf die übliche Praxis, die Ergebnisse im Rahmen des Festes bekannt zu geben. Stattdessen wussten die Kapellen ihre Resultate längst und erhielten am Sonntag Nachmittag lediglich noch die Urkunden überreicht. „Wir wollten das Fest erst im August machen, um mehr Abstand zu anderen Veranstaltungen zu haben“, begründete Michael Weihmayer die Terminwahl.

Auch bescherte Mariä Himmelfahrt am Montag den Organisatoren ein extralanges Wochenende. Seinen Abschluss fand es in einem großen Familientag und einem Stimmungsabend mit der Blaskapelle „Die Hurlacher“.

Ulrike Osman

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