Vom Steg durch die Fabrik

Zwischen Pöttinger-Verwaltung und -Produktion hindurch soll die neue Rad- und Gehwegverbindung zwischen Alt- und Weststadt führen. Foto: Schwaiger

Das Thema Lechsteg wird vor der OB-Wahl im Stadtrat nicht mehr diskutiert werden. Man wolle zunächst die geplante Wegebeziehung durch das Gelände der Pflugfabrik ausarbeiten und dann beide in direktem Zusammenhang stehende Projekte behandeln, sagte Oberbürger­meister Ingo Lehmann (SPD). Die Brückengegner, allen voran die UBV, fühlen sich vom Stadtoberhaupt an der Nase herumgeführt; sie erinnern an das Versprechen des Stadtoberhauptes, die Geh- und Radwegeverbindung erneut ins Plenums zu bringen.

Lehmann hatte diese Vorgehensweise im Dezember angekündigt, nachdem die geplante Brücke zwischen Inselbad und Mutterturm bei den Bürgerentscheiden am 11. Dezember fast gescheitert wäre. Lediglich das nicht erreichte Quorum verhinderte, dass die Baupläne in die städtische Schublade gelegt werden konnten. Am 1. Februar sollte das weitere Vorgehen im Stadtrat beraten wer­den, kurzfristig flog es aber wieder aus der Tagesordnung – „einvernehmlich“, wie der OB betont. „Dringlichere Themen“ und ein anstehendes „intensives Gespräch mit Pöttinger“ seien der Hintergrund dafür gewesen. Den Vorwurf seiner politischen Gegner, er schiebe die Angelegenheit aus wahlkampftaktischen Gründen auf die lange Bank, bezeichnet Lehmann als „abwegig“. Er betont: „Wir haben den Auftrag vom Stadtrat, das Projekt weiterzuführen, wollen aber den nächsten Schritt noch fundierter und überzeugender absichern.“ Da gehe Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Im übrigen sei seine Position zum Lechsteg sei klar und das Thema „nicht wirklich kontrovers“. UBV-Fraktionschef Christoph Jell sieht das ganz anders. Die lang anhaltende Ruhe nach den aus seiner Sicht erfolgreichen Bürgerentscheiden vermittle ein völlig falsches Bild: „Viele Lechstädter glauben, der Lechsteg sei gestorben, doch genau das Gegenteil ist der Fall.“ In Rage bringt den erklärten Gegner der „Brücke an diesem Ort und zu dieser Zeit“ auch der Beschlussvorschlag der Verwaltung zur Sitzung Anfang Februar. Dieser beinhaltet, dass der Stadtrat an der weiteren Planung der Holzbrücke festhält, den zeitlichen Ablauf unverändert lässt und der Bauausschuss am 18. April die Ausführung freigibt. Christoph Jell dazu: „Mit diesem Beschluss würde der Stadtrat die Ergebnisse der beiden Bürgerentscheide komplett ignorieren.“ Unabhängig davon wollte der UBV-Chef kürzlich von OB Lehmann wissen, ob die Stadt für den Stegbau bereits Grundstücke von der Herkomerstiftung erworben habe. Dies sei ihm von einem Landsberger Bürger zugetragen worden. Die Wege durch das gesamte Stiftungsgrundstück um den Mutterturm seien öffentlich, erklärt Lehmann, „Veränderungen am Eigentum sind nicht notwendig und haben auch nicht stattgefunden.“ Aktuell erarbeitet die Verwaltung die Wegebeziehung von der Brücke durch das Pöttinger-Gelände in Richtung Jugend- sowie Sportzentrum. Auf Anfrage des KREISBOTEN bestätigt Lehmann, dass es „mit der Familie Pöttinger abgesprochene konkrete Überlegungen“ gebe. Die Verbindung von Innenstadt zur Weststadt würde zwischen Verwaltungs- und Produktionsgebäude der Pflugfabrik direkt zum Jugendzentrum in der Spöttinger Straße führen und dort an die bestehenden Wege anschließen. Geplant ist weiterhin, die Bahnlinie Landsberg- Kaufering mit dem bereits vorhandenen oberirdischen Übergang zu queren; man müsste ihn nur etwas nach Süden verschieben. Aus verfahrensrechtlichen Gründen empfiehlt die Verwaltung den Bebauungsplan „Querung Pflugfarbrik“ aufzustellen.

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