CSU-Geltendorf

Amtsinhaber Lehmann ist aus dem Rennen

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Amtsinhaber Wilhelm Lehmann (links) muss seinem CSU-internen Herausforderer Christian Scheifele (rechts) den Vortritt bei der anstehenden Kommunalwahl lassen.

Geltendorf – Das kommt nicht ganz überraschend: Der CSU-Ortsverband schickt nicht Amtsinhaber Wilhelm Lehmann, sondern Herausforderer Christian Scheifele ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Bei der Nominierungsversammlung am Freitag unterlag Lehmann seinem parteiinternen Kontrahenten mit 22:24.

57 Mitglieder zählt die CSU in Geltendorf, rund 80 Prozent von ihnen wollten über die Aufstellung des Bürgermeisterkandidaten mitentscheiden und fanden sich im Saal des Gasthofs Alter Wirt ein. Unter ihnen waren auch sechs Mitglieder der Geltendorfer Jungen Union (JU), die offenbar erst vor wenigen Monaten dem Ortsverband beigetreten waren. Christian Engelstädter, Gemeinderat und Lehmann-Unterstützer, hielt das für bedenklich. Da Scheifele die Junge Union gegründet und hier starken Rückhalt hat, interpretierte Engelstädter den Mitgliederzuwachs als Aktion, „um heute Abend die Wahlchancen eines Kandidaten zu verbessern“.

Dies wiederum sorgte bei den Anwesenden für Unmut, erst recht, als Engelstädter die jungen Mitglieder aufforderte, sich bei der anstehenden Abstimmung der Stimme zu enthalten. Die JUler sahen keinen Grund, mit ihren Sympathien hinter dem Berg zu halten. „Wir Jungen sind die Zukunft von Geltendorf und durch unseren Beitritt können wir Christian Scheifele unterstützen“, sagte Alexandra Liebich. Ob Lehmann noch ein drittes Mal die Bürgermeisterwahl gewinnen werde, sei dahingestellt.

Die Kandidaten selbst hatten seit Bekanntwerden von Scheifeles Ambitionen die direkte Konfrontation vermieden, und auch jetzt übte keiner offen Kritik am anderen. Lehmann appellierte in seiner Bewerbungs­rede lediglich „an den gesunden Menschenverstand der mündigen Bürger“ und bat darum, zwischen voreiligen Versprechungen und dem, was machbar sei, zu unterscheiden. Er habe in seinen fast zwölf Jahren als Bürgermeister viele positive Erfahrungen gemacht. „Das Abarbeiten von großen Aufgaben und auch manche herbe Enttäuschung haben mich reifen lassen“, so der 54-Jährige. Die Gemeinde wachse mehr und mehr zusammen, was unter anderem am Zusammenhalt aller Ortsteilkommandanten in Sachen Feuerwehr­- hausneubau in Geltendorf ersichtlich werden.

„Politik heißt Mut“, formulierte Scheifele. Deshalb solle man es ihm nicht zum Vorwurf machen, wenn er gegen den Amtsinhaber aus den eigenen Reihen antrete. Aus seinem Beruf als Versicherungsfachwirt bringe er Führungserfahrung und Durchsetzungsvermögen mit. Die Gemeinde sei mit einem Unternehmen durchaus vergleichbar. „Die Bürger sind die Kunden, die man pflegen, hegen und zufriedenstellen muss.“ Erst recht gelte dies für die „VIP-Kunden“ – die örtlichen Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen und für Steuereinnahmen sorgen würden.

Letztlich überzeugte Scheifele seine Parteifreunde mit einer knappen Mehrheit von zwei Stimmen. Alle, die gegen ihn gestimmt hätten, wolle er nun ebenfalls auf seine Seite bringen, damit man geschlossen in den Wahlkampf ziehen könne, so Scheifele.

Ulrike Osman

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