Stimmgewalt und Charisma

Die Sopranistin Katalin Zsemberi verzauberte beim Frühlingskonzert mit dem Orchester des Dießener Musikvereins die Zuhörer. Foto: Nagl

Nach zwei Zugaben und einer „Oscar-Verleihung“ endete das diesjährige Frühlingskonzert des Musikvereins Dießen mit lang anhaltendem Applaus. Er galt dem Jugendblasorchester ebenso wie den erwachsenen Musikern. Und nicht zuletzt galt die Begeisterung des Publikums Katalin Zsemberi, der Ehefrau des Dirigenten Csaba Primosics, die mit stimmgewaltigem Gesang die Atmos­phäre großer Opernbühnen in die Dießener Mehrzweckhalle zauberte.

Jeder Programmpunkt war ein Höhepunkt. Eröffnet wurde der musikalische Reigen, der die Zuschauer heuer auf eine musikalische Weltreise entführte, von den 26 Buben und Mädchen des Jugendblasorchesters. Den Auftakt machte die „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven. Auch die Moderation übernahm der selbstbewusste Nachwuchs für seinen Part selbst. Mit „Indian River“ von Kees Vlak wurde das Publikum in die Welt der Indianer entführt. Der Rhythmus von „Cool Cat Shuffle“ ging so sehr ins Blut, dass sogar die Zuhörer fröhlich mit den Fingern schnipsten um die anschleichenden Katzen zu imitieren. Nach den Filmmelodien „Accidentally in Love“ und „Fluch der Karibik“ gab es für das Jugendblasorchester nicht nur viel Applaus, sondern auch einen Oscar aus der Hand des 1. Vorstands Dominikus Schmelzer. „Wir im Musikverein Dießen sind stolz auf die Nachwuchsarbeit, die in den vergangenen vier Jahren mit Hilfe der Bläserklasse in der Carl-Orff-Schule sowie der Musikschule Dießen entstanden ist“, erklärte Schmelzer in seiner Begrüßung. Anschließend ging die Reise gemeinsam mit den 41 Musikern des großen Blasmusikorchesters und mit monomentalem Orchestersound von David Shaffer in den „Diabolo Canyon“. Ein wundervolles Erlebnis war „Cossaks Folk Dances“ in vier Sätzen von Franco Cesarini komponiert. Unter der Leitung des hochkonzentrierten und sympathischen Dirigenten Csaba Primosics gelang es dem Orchester, die vielfältigen Stimmungslagen des Stückes differenziert zum Klingen zu bringen. Getragen wurde der Abend von der Begeisterung und vom Können der Musiker und ihrer charismatischen Leitfiguren. Mit vier Arien, darunter auch „O mio Babbino caro“ aus der Oper „Gianni Schicci“ von Giacomo Puccini eroberte Katalin Zsemberi nach der Pause die Herzen der Zuhörer. Die charmante Sopranistin aus Ungarn studierte an der Franz Listz Hochschule für Musik in ihrer Heimatstadt Pécs Gesang und Musiktheorie. Nach dem Studium sang sie im Chor des Nationaltheaters in Pécs, es folgten Solorollen. Nach Deutschland gekommen studierte sie in München Gesang an der Hochschule für Musik und Theater. Seit 2002 gastiert sie unter anderem in London, Rom, Athen und Luzern.

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