Streit um die Aufforstung – Kaufering übt Kritik am Landsberger Waldausgleich für Edeka

Der Marktgemeinderat übt Kritik an den Ersatzpflanzung Lands­berg im Zuge der Edeka-Ansiedlung im Frauenwald. Im Blickpunkt stehen zwei Ausgleichsflä­chen von rund neun Hektar, die etwa 5,5 Kilometer vom Edeka-Areal ent­fernt liegen. Aus Kau­feringer Sicht „widerspricht dies dem Grundgedanken eines ökologisch orientierten Waldausgleiches“, so der jüngste Beschlusss des Marktgemeinderates.

Laut der städtischen Stellung­nahme im Rahmen des Beteiligungsverfahrens befinden sich „sämtliche Flächen in einer tolerierbaren räumlichen Nähe zum Frauenwald“. Davon grenze eine unmittelbar östlich an den Frauenwald an, die andere liegt in rund 5,5 Kilometer Entfernung zum Eingriffsort. Insbesondere Letztere stößt der Marktgemeinde sauer auf und sollte „einer vertieften Überprüfung unterzogen werden“. So hatte Kaufering im Zuge der Klausner-Ansiedlung mitgeholfen, Ausgleichsflächen für die Stadt zu beschaffen. „Wir können deshalb aus eigener Erfahrung festhalten, dass die Stadt wesentlich mehr Flächen entlang der Einbuchtung am Ostrand des Frauenwaldes zum Aufforsten erwerben beziehungsweise per Dienstbarkeit sichern könnte als die jetzt ausgewiesenen Flurstücke. Dies widerspricht dem Grundgedanken eines ökologisch orientier­- ten Waldausgleichs. Hier darf eine Änderung der vorliegenden Planung erwartet werden“, heißt es in dem Beschluss, den die Kauferinger Ratsmitglieder mit 15:4-Stimmen absegneten. Neuer Wald im Süden In Landsberg indes favorisiert man ein Areal bei Friedheim. Laut Bür­ger­meister Dr. Klaus Bühler solle die Stadt „in sich gehen, und lieber Flächen aufforsten, die direkt am Eingriffs­ort im Frauenwald liegen“. Dies war offenbar auch die gemeinsame Lösung, die im Zuge der Klausneransiedlung sowohl von der Stadt als auch von Kaufering favorisiert wurde. Während Kaufering auf Iglinger Flur bereits Wiederaufforstung betrieben hat, suchte sich die Stadt nun andere Ausgleichsflächen, wie eben bei Friedheim. Dabei gebe es direkt am Frauenwald genügend Flä­chen, die zu haben seien, sogar dem Landkreis gehörten da welche, weiß Bühler. Helfen wolle man der Stadt bei der Beschaffung aber nicht mehr: „Das ist jetzt Sache der Stadt“, so Norbert Sepp, der einst als Grundstücks­mittler im Zuge der Klausneransiedlung helfend tätig war. „Wir waren schon mal ein gutes Stück weiter“, betonte er. Aus seiner Sicht müssten die Leute aus der Stadtverwaltung raus und verhandeln. Meinrad Mayrock (CSU) befürchtet mit der ablehnenden Haltung Kauferings, dass sich die Pläne zur Edeka-Ansiedlung verzögern könnten und warf die Frage auf, was passiert, wenn die Stadt in dieser Angelegenheit nicht einlenkt? „Dann müssen wir neu entscheiden“, so Bühler, der sich gegen den Vorwurf wehrte, die Sache damit verzögern zu wollen. „Wir würden das jedenfalls anders machen“, betonte Bühler.

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