Stress für Wald und Tier

Den Ausbau des Rad- und Wanderwegenetzes durch die Jagdreviere wie etwa ab dem Engeland auf der Dießener Höhe Richtung Landsberger Straße – dagegen wollen sich die Dießener Jagdgenossenschaften wehren. Und zwar mit allen Mitteln, nötigenfalls vor Gericht, wie Hans Trieb unmissverständlich klar macht. Der Jagdvorsteher der Jagdgenossenschaft Dießen I will in den nächsten Tagen wie schon vor fünf Jahren bei der Marktgemeinde Dießen offiziell Einspruch gegen die Erweiterung der Wanderwege einlegen, die der Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein, der Bund Naturschutz und andere Gruppierungen immer wieder angeregt.

Ein Schreiben hat Triebel für seine Mitglieder bereits aufgesetzt. Er spricht aber nach eigenen Angaben gleichzeitig für die Grundbesitzer der St. Georgener Jagd unter Vorsteher Johann Lampl. Weil die Wege nicht nur von Touristen, sondern vielmehr von einheimischen Bürgern genutzt würden, befürchten die Jagdgenossen große Unruhe für das Wild. Die Tiere würden durch Reiter und von Spaziergängern mit Hunden aufgeschreckt. Eine Stress-Situation beim Wild sei programmiert, was wiederum eine Zunahme von Verbissschäden bedeute. „Leidtragende sind der Wald und die zukünftigen Generationen“, argumentiert Trieb. Besonders in Zeiten des Klimawandels sei auf ein ausgeglichenes Wald – Wildverhältnis zu achten. Dieses würde durch den geplanten Wanderweg Engeland gestört. Neben der Verunreinigung der Natur durch von Wanderern weggeworfenen Abfällen nennt der Jagdvorsteher einen weiteren Grund, warum er jetzt erneut aktiv wird: Durch einen Wanderweg entlang der Grenze von Dießen I würde der Jagdwert des Reviers auf Dauer gemindert. Das kommt für einen Teil der Inhaber von jagdbarem Grund zu einem ungünstigen Zeitpunkt, steht Dießen I doch derzeit ohne Pächter da (nebenstehender Artikel). Trieb: „Bereits jetzt ist es schwierig, einen neuen Pächter zu finden.“ Wenn man keine oder wenig Pacht erlöse, seien die vielfältigen gemeinschaftlichen Aufgaben der Jagdgenossenschaft in Frage gestellt, wie etwa die Verbesserung des Feldstraßennetzes oder die Reinigung der Ammermoos-Kulturgräben. Trieb: „Alles dies dient dem Erhalt unserer Kulturlandschaft – und nur diese bringt den Tourismus zu uns.“

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