Strom und Gas in eigener Hand – Stadt Landsberg strebt kommunale Energieversorung an

„So sollte Politik doch öfter funktionieren“, frohlockt Grünenchef Ludwig Hartmann. Warum so zufrieden? Weil sich der Stadtrat am Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen hat, die Versorgungs- netze für Strom und Gas zu erwerben und danach selbst zu betreiben. „Ein Meilenstein für Landsberg“, jubelt Hartmann, von „neuen Handlungsspielräumen für eine bürgerfreundliche und nachhaltige Energiepolitik“ spricht Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD).

Vor Jahren schon und mit besonderem Nachdruck im Januar 2005 haben die Grünen die Diskussion um den möglichen Netzrückkauf angestoßen. Dieser freilich ist erst dann möglich, wenn die bestehenden Konzessionsverträge mit den großen Energieversorgern ablaufen. Beim Strom ist das noch in diesem und beim Gas im nächsten Jahr der Fall. Mit seinem Votum hat der Stadtrat am Mittwoch klar signalisiert, dass die Städtischen Werke nicht nur Netzeigentümer, sondern darüber hinaus auch Anbieter von Strom und Gas werden könnten. „Nichts ist unmöglich“, hält sich OB Lehmann noch zurück, während Hartmann bereits von einer „gigantischen Chance“ spricht. Beson- ders interessant sei der „steuerliche Querverbund“, nachdem die Städtischen Werke keinen ihrer Versorgungsbereiche gewinnbringend führen können. Verluste aus dem Inselbad und den Tiefgaragen könnte man mit Gewinnen in den Bereichen Strom und Gas verrechnen. Mit dem Erwerb der Netze würden die Stadtwerke nicht automatisch die Kunden mitnehmen. Diese müssten dann selbst entscheiden, ob sie das kommunale Energieversorungsprojekt unterstützen wollen. Hartmann: „Wenn wir uns auf einen Strommix ohne Atom und Kohle verständigen, bin ich nicht nur einer der ersten Stromkunden der Landsberger Werke, sondern werde einen Samstag von Haus zu Haus gehen und Stromkunden werben“. Mehr zu diesem Thema im KREISBOTEN-Interview mit OB Lehmann unter www.kreisbote.de auf der Landsberg-Seite.

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