Studium vor Sport

Foto: EVL

Der immense Bildungshunger unter den Eishockeyspielern machte dem EVL das Leben in der abgelaufenen Woche personell schwer. Michal Hlozek (Höchstadt) sollte im Probetraining vorspielen, sagte dann aber mit Verweis auf sein Studium ab. Johannes Sigl wiederum verließ den EVL, weil er in München studiert und er nicht mehr täglich pendeln möchte.

Zumindest im Fall Hlozek ist die Absage bedauerlich. Obwohl die Alligators im hinteren Mittelfeld der Bayernliga dümpeln, ist der Deutsch-Tscheche derzeit gefährlichster Stürmer der Liga und trifft fast nach Belieben. Der 27-Jährige soll nach privaten Erkundigungen über die aktuelle Lage in Landsberg abgesagt haben, doch Trainer Dave Rich sagt: „Ich habe ihm gesagt, dass wir einen privaten Sponsor für sein Gehalt haben und alle Spieler ihr Geld bis jetzt bekommen haben. Aber er meint, er ist in seinem letzten Semester und möchte zuerst sein Studium beenden.“ Hlozek sei aber somit eine Option für die kommende Saison – falls der EVL die Klasse halte. Dahingehend wurde in der vergangenen Woche das Landsberger Saisonziel korrigiert; da wusste man allerdings auch noch nicht, dass man am Sonntag Selb förmlich vom Eis fegen würde. Auch Rich selbst macht seinen eigenen Verbleib in Landsberg vom Klassenerhalt abhängig. Für diesen Fall hat er schon jetzt „fünf sehr gute Spieler und einen Top-Goalie“ kontaktiert, die gerne in der nächsten Saison für den EVL spielen würden. Nicht mehr so gerne wollte Johannes Sigl nach Landsberg kommen. Der 21-jährige Stürmer, der aus Kaufbeuren an den Lech kam, kam nie wirklich zurecht, fiel im Spiel nicht auf, obwohl er ausreichend Eiszeit hatte und verabschiedete sich nun. Vereinsintern wird eine mangelhafte Einstellung und fehlende Kritikfähigkeit des jungen Stürmers bemängelt. Zur Begründung für seinen Abschied mag nicht recht passen, dass Sigl nun beim Bayernligisten Memmingen im Gespräch ist – bekanntlich ist es von dort deutlich weiter nach München. Mit ganz anderen Themen meldete sich in den vergangenen Tagen Martin Hoffmann zu Wort. Der ehemalige EVL-Spieler, inzwischen in der 2. Liga in Kaufbeuren aktiv, war mächtig über die Aussagen von Vorstand Hans-Jürgen Böttcher im KREISBOTEN verärgert. „Wenn er sagt, dass er mir drei Stellen angeboten hat, die ich nur hätte annehmen müssen, ist das einfach lächerlich. Ich hätte wirklich gerne in Landsberg verlängert, wenn man mir eine berufliche Perspektive geboten hätte. Ich habe aber nur eine Telefonnummer von ihm bekommen, da sollte ich anrufen und das hat sich zerschlagen.“ Böttchers Ankündigung, er werde rechtlich gegen Hoffmann wegen Rufschädigung vorgehen, sieht dieser gelassen entgegen. „Mein März-Gehalt habe ich erst im Juni erhalten, ich habe die Verzugszinsen geltend gemacht, aber die Sache bislang ruhen lassen. Das war aber nur ein Entgegenkommen von mir.“ Auch Sebastian Wolsch ist immer noch nicht gut auf den EVL zu sprechen. „Es ist schön zu hören, dass mir Herr Böttcher jetzt eine weitere Rate aus dem Arbeitsgerichtsurteil überwiesen hat. Ich strebe aber weiterhin die Pfändung an.“ Die entsprechende Ausfertigung sollte nach seinen Informationen inzwischen auf dem Weg nach Landsberg sein.

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