Suchen, finden, verbinden

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Karla Schönebeck und Anita Weigel bieten jetzt zweimal pro Woche eine Sprechstunde für den Suchdienst an. 

Landsberg – Im vergangenen Jahr feierte der Bundesverband des Roten Kreuzes das 70-jährige Bestehen seines Internationalen Suchdienstes. Waren es nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vor allem Angehörige von Flüchtlingen, Vertriebenen und Soldaten, nach deren Verbleib geforscht wurde, sind es heute Menschen aus aller Welt, vor allem Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und Kriegsgebieten in Afrika, auf deren Spuren sich das Rote Kreuz macht. Jetzt gibt es diese Einrichtung auch in Landsberg.

„Wir freuen uns, dass wir dabei behilflich sein können, Familienangehörige zu suchen, deren Verbleib unbekannt ist“, erklärte Marianne Asam. Die stellvertretende Geschäftsführerin des BRK Kreisverbandes Landsberg weist darauf hin, dass zunehmend auch unbegleitete Jugendliche und Kinder zu denen gehören, die sich an den Suchdienst des Roten Kreuzes wenden.

In Bayern gibt es neben der Suchdienstzentrale in München mit dem neuen Standort Landsberg elf Anlaufstellen. Da, wie Asam erläutert, trotz modernster Technik das Suchverfahren auch ein intensives persönliches Gespräch voraussetzt, sei es notwendig, vorher einen Termin zu vereinbaren. „Viele sprechen zwar mittlerweile auch Deutsch“, so Asam, „aber in vielen Fällen brauchen wir einen Dolmetscher.“ Und der oder die Suchenden sollten etwas Zeit mitbringen.

Rund ein bis zwei Stunden braucht es, um die international geltenden Papiere auszufüllen, Fragen zu beantworten und ein Foto des Suchenden zu erstellen. „Restoring Family Links“ heißt dieser kostenlose Service, der auch eine Beratung in rechtlichen Fragen umfasst und Kontakte zu anderen regionalen und internationalen Hilfsorganisationen herstellt. In Landsberg stehen zwei Mitarbeiter zur Verfügung: Karla Schönebeck und Anita Weigel.

Beide haben bereits durch die Asylarbeit des BRK Kreisverbandes Landsberg Erfahrung im Umgang mit Flüchtlingen. In den kommenden Wochen werden sie zudem an Schulungen teilnehmen, um das neue Hilfsangebot, an sich eine Urdomäne des Roten Kreuzes, wie Marianne Asam betont, so effektiv wie möglich gestalten zu können. Über das Angebot und die Möglichkeiten des Suchdienstes informieren Anita Weigel und Karla Schönebeck zweimal wöchentlich in den Sprechstunden. In ihnen können Interessierte dann auch einen Termin für ihre Suchanfrage vereinbaren. Sprechstunden: Montag von 13 bis 15 Uhr und am Mittwoch von 10 bis 12 Uhr in der BRKGeschäftsstelle, Max-Friesenegger-Straße 45; Kontakt: Telefon 08191/91880.

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