Ein Knopfdruck genügt

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Projektleiter Lukas Mas-Zehetbauer vom Ingenieurbüro Sing (links), Bürgermeister Erwin Karg und Gerhard Schmid von der VG Fuchstal am Display im Betonturm.

Fuchstal – Ein Knopfdruck – und das Windrad dreht sich! Eher symbolischen Charakter hatte der Baustellentermin mit Bürgermeister, VG-Chef, Ingenieur und Technikern am Montagnachmittag im Kingholz. Zweimal wurde der Termin zum Start des Probebetriebs letzte Woche verschoben, beim dritten Anlauf hat’s dann gepasst. Jetzt ist die erste der vier Windkraftanlagen in Betrieb. Dort wird Strom erzeugt und über die erst vor kurzem fertiggestellte zehn Kilometer lange Leitung nach Bidingen ins Netz der LEW eingespeist.

115 Meter: So groß ist der Durchmesser der drei Rotoren am Windrad. Erst wenn sie mehr als vier Umdrehungen pro Minute schaffen, produzieren sie Strom, informiert Lukas Mas-Zehetbauer, der Projektleiter aus dem Ingenieurbüro Sing (Landsberg). Die Rotoren sind in 149 Meter Höhe an der Nabe der Windkraftanlage befestigt. Das nächste Windrad, die Anlage Nummer drei, soll in zirka drei Wochen in Betrieb gehen. Am Samstag, 21. Mai, werden übrigens von der Bürgerwindkraft Fuchstal GmbH – sie ist Betreiber aller vier Anlagen auf dem Höhenzug im Staatsforst – Führungen auf der Baustelle anbieten.

„Die Anlage war super“, konstatiert Waldemar Kurowsky vom Inbetriebnahme-Team des Generalunternehmers Enercon. Es habe im Probebetrieb keine nennenswerten Probleme gegeben. Dies sei ein Zeichen dafür, dass die Teams, die zuvor auf der Baustelle waren, „sauber gearbeitet haben“, schildert der Techniker von der Enercon-Servicestation Memmingen. Zusammen mit einigen Kollegen wird er die nächsten zehn Tage noch mit weiteren Tests und mit so manchem Nachjustieren an diesem Windrad befasst sein, das für eine maximale Leistung bis zu 3000 Kilowatt ausgelegt ist.

Projektleiter Mas-Zehetbauer geht davon aus, dass in zirka drei Wochen auch beim benachbarten Windrad Nummer drei der Probebetrieb aufgenommen werden kann. Weiter nördlich, am Windrad Nummer zwei, steht inzwischen der 650 Tonnen schwere Raupenkran, der demnächst die Gondel auf den Turm hieven soll. Sind auch die Rotoren in luftiger Höhe an der Nabe befestigt, wird der Spezial­kran zur Anlage Nummer eins versetzt. Auf der Baustelle im Staatsforst ist man gut im Zeitplan.

Die zwischen Bürgerwindkraft Fuchstal als Betreiber und dem Hersteller Enercon vereinbarten Fristen, dass bis zum 30. Juni mindestens zwei und bis zum 30. September alle vier Anlagen in Betrieb gehen, können auf jeden Fall eingehalten werden. Noch offen ist laut Mas-Zehetbauer, ob trotz guten Baufortschritts die Anlagen zwei und eins ebenfalls schon vor Juli ans Netz gehen. Zu bedenken ist, dass die gesetzlich festgeschriebene Einspeisevergütung jedes Quartal um 1,2 Prozent abgesenkt wird – am 1. Juli von 8,69 Cent je Kilowattstunde auf 8,58 Cent.

Die Bürgerwindkraft Fuchstal GmbH bietet am Samstag, 21. Mai, drei Führungen auf der Baustelle im Kingholz an. Termine sind um 10.30 Uhr, um 11.30 Uhr und 12.30 Uhr. Anmeldung bis zum Sonntag, 15. Mai, am besten auf www.bwk-fuchstal.de/baustellenfuehrung. Treffpunkt ist die Almhütte des Maibaumvereins oberhalb von Leeder – am Ortsausgang Richtung Welden. Es wird ein Shuttlebus eingesetzt.

Johannes Jais

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