Tabuzonen ermitteln

Wo im Landkreis Landsberg künftig Windräder errichtet werden können, das soll in einem gemeinsamen Teilflächennutzungsplan festgelegt werden. Foto: Windstrom Süd

Wo im Landkreis künftig Windkraftanlagen stehen könnten, ist derzeit Gegenstand ausgiebiger Unter-suchungen. Ende Mai soll ein Standortgutachten vorgestellt werden, das in Frage kommende Flächen aufzeigt. Einen Entwurf dieses Gutachtens gibt es bereits, er bleibt jedoch vorerst unter Verschluss, weil die Ergebnisse einer Windanalyse noch eingearbeitet werden müssen. Derweil droht die Realität die Planer zu überholen: Für Geltendorf, Pürgen und Hofstetten liegen bereits konkrete Anträge für die Errichtung von Windkraftanlagen vor.

Über dem ganzen Thema Windkraft schwebt der Begriff der „Verhinderungsplanung“ – sie soll nicht sein, und niemand will sie sich vorwerfen lassen. Gesetzgeber und Gerichte fordern, dass der Windkraft in substantieller Weise Raum zu geben ist. Die Suche nach geeigneten Flächen gestaltet sich dennoch schwierig. In dem vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München erstellten vorläufigen Standortgutachten wurden zunächst alle „harten Tabuzonen“ ausgeschlossen, wie es in einer Presseerklärung des Landratsamts heißt. Dazu gehören zum Beispiel Siedlungsgebiete, Infrastrukturflächen sowie Natur- und Artenschutzgebiete. In einem weiteren Planungsschritt wurden weiche Tabuzonen ermittelt, so das Landratsamt weiter, „also Flächen, in denen Windkraftanlagen aufgrund gewichtiger Gründe in der Regel (eher) nicht geeignet oder nur eingeschränkt möglich sein sollen“. Hierzu zählen insbesondere die Abstandsflächen zu den Ortschaften. Diese wurden vorläufig auf 800 Meter zu Wohnbauflächen und 500 Meter zu Weilern und Höfen im Außenbereich festgesetzt. In Stein gemeißelt sind die Distanzen nicht – „die Abstandsflächen zur Wohnbebauung können noch geändert werden“, schreibt das Landratsamt. Eine Sonderproblematik im Landkreis stellen militärische Restriktionen dar, insbesondere die Anlagenschutzbereiche von Flugsicherungseinrichtungen der Flugplätze Lechfeld und Penzing. Verbindliche Stellungnahmen geben die Bundeswehrbehörden allerdings erst in konkreten Genehmigungsverfahren ab, nicht jedoch im Rahmen einer Flächennutzungsplanung. In etwa acht Wochen sollen die Ergebnisse einer Windpotentialanalyse vorliegen, die dann in das Standortgutachten eingearbeitet werden. Weil sich dadurch voraussichtlich noch erhebliche Änderungen ergeben, wird das Gutachten vorläufig nicht in den Gemeinderäten diskutiert oder Gegenstand einer Bürgerbeteiligung. Ausnahmen sind Geltendorf, Hofstetten und Pürgen. In diesen Gemeinden liegen nämlich bereits konkrete Anträge für Windkraftanlagen vor. Deshalb muss man sich hier bereits früher mit der Standortplanung befassen und wird den Entwurf des Gutachtens schon vor Ende Mai in den Gemeinderäten behandeln. Alle anderen Kommunen wollen sich noch vor der Sommerpause auf einen einheitlichen Entwurf verständigen, der Grundlage für den gemeinsamen Teilflächennutzungsplan sein soll. Mit einer stimmigen Gesamtplanung will man die unkontrollierte Errichtung von Windkraftanlagen verhindern. Ohne die gemeinsame Planung müsste jede Gemeinde einen eigenen Teilflächennutzungsplan für Windkraft aufstellen, um die Errichtung der Anlagen ortsplanerisch zu steuern.

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