Die Talfahrt geht weiter

War auch durch zwei Landsberger nicht zu stoppen: Die „Tölzer Zaubermaus“ Yanick Dubé (Mitte, im Duell mit Troy Bigam und Benjamin Barz) steuerte zwei Treffer zum 5:2-Erfolg des ECT gegen den EVL bei. Foto:Krivec

– An diesem Wochenende ging für den EVL alles schief: Insgesamt vier Spieler meldeten sich krank oder verletzt ab, Nick Anderson kassierte nach einem Wutausbruch am Freitag beim 2:5 (1:1, 1:3, 0:1) gegen Bad Tölz eine Spieldauerstrafe und damit die Sperre für das Spiel in Passau, wo man mit nur noch 13 Feldspielern 0:3 (0:1, 0:0, 0:2) verlor.

Die Mini-Truppe schlug sich mit gutem Defensiv-Eishockey lange wacker, im zweiten Abschnitt hatte Marc Waldhausen mit einem Penalty sogar die große Chance zum 1:1, scheiterte aber ebenso wie Alexander Thiel mit einem Alleingang. „Leider haben wir dem Gegner wieder zwei Tore geschenkt“, so Trainer Dave Rich, „und nach dem 3:0 war dann mit so wenigen Spielern nichts mehr drin.“ Die Ausfälle der Reihe nach: Dennis Drommeter möchte zwar unbedingt spielen und fuhr sogar nach Passau mit, doch eine Verletzung am hinteren Kreuzband wird ihn voraussichtlich noch zwei bis drei Wochen außer Gefecht setzen. Dominik Nörenberg war die gesamte Woche krankgeschrieben, ob er in dieser Woche in den Kader zurückkehrt, ist offen. Sein Bruder Daniel laboriert bereits seit längerer Zeit an einer Schulterverletzung und denkt nun darüber nach, diese operieren zu lassen. Trainer Dave Rich: „Ich bin kein Arzt, ich kann das nicht einschätzen. Ich muss jetzt einfach abwarten, was passiert und das akzeptieren.“ Michel Maaßen meldete sich dann nach dem Freitagsspiel ab. Er hatte einen Schlagschuss abbekommen und sollte nach Auskunft des Arztes am besten sieben Tage Pause machen, denkt aber darüber nach, es bereits am Dienstag oder Mittwoch wieder mit Training zu versuchen. Als ob das für die von vielfältigen Problemen gebeutelte Truppe nicht genug wäre, kamen beim Heimspiel am Freitag noch zwei Spieler dazu, die einen schwarzen Tag erwischt hatten. „Wir haben ab der ersten Minute gemerkt, dass viele Scheiben nach vorne zurückkommen, konnten das nur leider nicht so ausnützen“, umschrieb der Tölzer Trainer Florian Funk nach dem Spiel die Leistung von Rostislav Kosarek im EVL-Tor diplomatisch. Dem 24-Jährigen gelang an diesem Abend tatsächlich nicht viel. Viel zu viele Scheiben ließ er fallen, eine davon staubten die Gäste dann zu ihrem vierten Tor ab. Beim 2:1 ließ er einen harmlosen Schlenzer passieren. Für große Aufregung hatte allerdings die 1:0-Führung für den ECT gesorgt, an der Kosarek schuldlos war. Sedlmayr beförderte den Puck für alle außer Schiedsrichter Aumüller sichtbar mit dem Schlittschuh ins Tor. Dave Rich: „Der Schiedsrichter hatte einen schlechten Tag, das habe ich ihm auch gesagt, aber er hat mir geantwortet, dass das nur meine Meinung sei und mich aus der Kabine geworfen.“ Zuschauer und Akteure haderten an diesem Abend mehrfach mit den Entscheidungen des Referees, doch beim Tor zum zwischenzeitlichen 2:4 hatten wiederum die Landsberger Glück: Zwei klare Fouls im Verteidigungsdrittel wurden nicht geahndet, im Gegenzug wurstelte Kerber die Scheibe am Tölzer Torhüter Jenike vorbei. Funk: „Es sind viele vermeidbare Tore gefallen. Wir müssen uns über die zwei Treffer ärgern, der Gegner aber eigentlich noch mehr über seine Gegentore.“ In der Tat nahm Rich nach zwei Dritteln Kosarek zugunsten von Reichelmeir heraus. Auch der konnte allerdings das 2:5 durch Yanick Dubé nicht verhindern, was seinen Trainer aus einem ganz anderen Grund mächtig ärgerte. Zwar ist Dubé nicht mehr der Jüngste und wirkt nach langer Verletzungspause noch gehemmt, „aber der ist seit 20 Jahren Torjäger. Ich habe meine Stürmer auch darauf hingewiesen, aber wenn dann doch kein Backchecking betrieben wird und er alleine auf das Tor laufen darf, trifft er eben auch.“ Das ist eine Eigenschaft, die dem Landsberger Angriff derzeit fehlt. Selbst in aussichtsreicher Position bringt man die Scheibe nicht unter, oft scheint die letzte Entschlossenheit zu fehlen. So auch in der zweiten Hälfte des ersten Drittels gegen Bad Tölz, als der EVL nach schwachem Start dann für regelrechtes Chaos in der Defensive der Gäste sorgte, aber außer dem 1:1 durch Maaßen nach drei Sekunden Powerplay nichts zählbares zustande brachte. Wieder wurden zuviele Schüsse leichte Beute von Jenike oder kullerten am Tor vorbei. Mit der Leistung seines Teams war der Trainer daher nicht zufrieden. „Ich war in der zweiten Pause ziemlich sauer. Wir sind dann auch mit ein bisschen mehr Feuer ins letzte Drittel gegangen, aber dann fällt eben das fünfte Tor und dann war die Luft auch raus.“ Zu allem Übel nahm sich dann auch noch Nick Anderson seinen Blackout. Einen sehr harten, aber nach Meinung von Trainer und Spieler selbst fairen Check ahndete Aumüller mit zwei Minuten. Darüber regte sich der 31-Jährige derart auf, dass er zusätzlich mit zehn Minuten Disziplinarstrafe belegt wurde. Rich: „Bis dahin kann ich das nachvollziehen. Ich habe selbst lange genug gespielt, um zu wissen, dass du so unter Adrenalin stehst, dass dir das in der Situation passieren kann.“ Anderson wollte es aber nicht gut sein lassen. Selbst auf der Strafbank fluchte er noch wild und schlug mehrfach mit dem Schläger gegen die Scheibe. Die Konsequenz: Weitere zehn Minuten, damit Spieldauerstrafe und die Sperre für das Spiel in Passau. Darüber war nicht nur Rich sauer. „Das können wir nicht akzeptieren, vor allem, weil es bei ihm schon zum zweiten Mal passiert“, so Vorstand Hans-Jürgen Böttcher nach dem Spiel. „Wir erfüllen den Spielern jeden Wunsch; Auto, Wohnung, alles. Und dann so etwas. Wir denken auf jeden Fall über eine disziplinarische Maßnahme nach.“ Nur 364 Zuschauer Ein guter Teil der nur noch 364 Zuschauer hatte die Aktion aber schon gar nicht mehr gesehen, da viele vorzeitig nach Hause gegangen waren. So gesehen fasste der Tölzer Trainer Florian Funk die Partie passend zusammen: „Das war kein berauschendes Spiel, wir haben das eben irgendwie rumgebracht, dank unserem höheren Tempo unsere Tore gemacht und drei Punkte mitgenommen. Es waren keine Leute in der Halle, es gab keine Stimmung und so bescheiden war dann auch das Eishockey.“

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