Doch keine Tankstelle an der B17?

Stolpersteine vor der neuen Tanke

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Der Lustberghof an der B17 reicht der Regierung von Oberbayern nicht aus, um dem Bau einer zusätzlichen Tankstelle zuzustimmen. Es gilt das sogenannte Anbindungsgebot, das besagt, dass keine Bebauung in der freien Landschaft erfolgen darf.

Denklingen – Das Projekt Tankstelle am Landgasthof Lustberg direkt an der B17 steht vor einer schier unüberwindbaren Hürde: Die Regierung von Oberbayern hat sich als „Träger öffentlicher Belange“ im Rahmen der Bauleitplanung gegen das Projekt ausgesprochen. Jetzt heißt es nachverhandeln.

Bereits im Mai vergangenen Jahres hatte Denklingens Gemeinderat seine Zustimmung zum Bau einer neuen Tankstelle am Landgasthof Lustberg direkt an der B17 gegeben. Der Flächennutzungsplan, der das betroffene Gebiet bisher als land­- wirtschaftliche Fläche ausweist, sollte geändert und der Umgriff als „Sondergebiet Tankstelle Lustberg“ ausgewiesen werden. Ferner galt es ein Bebauungsplan aufzustellen. Bei der damaligen Abstimmung im Gemeinderat gab es, wie im KREISBOTEN berichtet, nur eine Gegenstimme.

Im Rahmen der Bauleitplanung, darunter zählen auch Flächennutzungsplanänderung und Bebauungsplanverfahren, mussten die „Träger öffentlicher Belange“ befragt werden. Dabei kam heraus, dass die Regierung von Oberbayern das Tankstellenprojekt an der B17 ablehnt.

Der KREISBOTE wollte bei der Regierung von Oberbayern nun Näheres zu den Gründen für die ablehnende Haltung erfahren, aus erster Hand also. Doch deren Sprecher Klaus Kempfler teilte lapidar mit, die Genehmigungsbehörde für die Flächennutzungsplanänderung sei das Landratsamt Landsberg. „Daher bitte ich Sie, Ihre Frage zum Sachstand an die Pressestelle des Landratsamts zu richten“, schrieb Kempfler.

„Der Bauantrag liegt uns vor“, bestätigte der Pressesprecher des Landratsamtes, Wolfgang Müller. „Wir sind außen aber vor, solange die Bauleitplanung noch nicht abgeschlossen ist“, ergänzt. „Wir haben aber der Gemeinde Denklingen aber empfohlen, sich mit der Regierung von Oberbayern noch einmal zusammen zu setzen“. Knackpunkt der ablehnenden Haltung der Regierung ist wohl das sogenannte „Anbindungsgebot“. Hierunter ist zu verstehen, dass ein neues Baugebiet an eine bestehende Siedlung anschließen muss. Denklingens Geschäftsstellenleiter im Rathaus, Johann Hartmann, bringt es auf den Punkt: „Es darf nichts in die freie Landschaft gebaut werden“. Der bereits vorhandene Lustberghof reiche der Regierung von Oberbayern wohl nicht aus.

Das Anbindungsgebot werde von der Regierung sehr ernst genommen, weiß Bürgermeisterin Viktoria Horber. Nun läge es am Investor BTB-Generalbau GmbH und dessen Planer, Argumente zu finden, um die Regierung-Vertreter zu überzeu­gen, dass am Ende gebaut werden darf, so die Rathauschefin. Die Gemeinde habe mit der Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung eines Bebauungsplanes ihre Hausaufgaben gemacht, findet Horber.

Siegfried Spörer

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