Mehr Geld für weniger

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Seit Februar ist die Dauerausstellung im Neuen Stadtmuseum – hier die Vitrine mit historischen Landsberger Trachten – aus Brandschutzgründen nicht mehr zugänglich.

Landsberg – Zu den spannendsten Angelegenheiten ge­hört eine „Änderung der Tarifordnung für die Museen“ Landsbergs normalerweise kaum – interessant war allerdings bei der Stadtratsberatung dieses Themas ausge­- rechnet, was alles nicht besprochen wurde – etwa eine Preiserhöhung.

Bislang war die Geschichte nach der 2011 beschlossenen Tarifordnung einfach: 3,50 Euro kostete der Eintritt in die Landsberger Museen. Derzeit gibt es allerdings bekanntlich kaum noch etwas zu sehen. Das Herkomermuseum ist wegen der anstehenden Sanierung auch im 100. Todesjahr des Künstlers geschlossen, das Wiedereröffnungsdatum steht in den Sternen. Und die oberen Stock- werke des Neuen Stadtmuseums werden aus Brandschutzgründen vermutlich gar nicht mehr für Besucher geöffnet, lediglich im Erdgeschoss können noch wechselnde Ausstellungen besichtigt werden – ab Samstag  „Von Nah und Fern – Landsberger Stadtansichten“.

Dass die bisherigen Eintrittspreise angesichts der Einschränkungen nicht mehr angemessen sind, scheint einleuchtend. Auf Vorschlag der Verwaltung wurde mit der neuen Tarifordnung dann auch der Ticketpreis für den Mutterturm (ohne Herkomermuseum) auf nur noch 2,50 Euro festgelegt. Beim Neuen Stadtmuseum macht man aber aus weniger mehr. Obwohl in der Beschlussvorlage explizit ausgeführt war, dass sich „durch die Schließung der Dauerausstellung die Ausstellungsfläche reduziert“ hat, geht die neue Tarifordnung mit den Preisen nicht etwa nach unten. Statt einheitlich 3,50 Euro werden künftig „zwischen 3,00 und 5,00 Euro“ erhoben, um „den Eintritt auf den variierenden finanziellen Aufwand der Sonderausstellungen abzustimmen.“

Verglichen wurden alte und neue Zahlen in der Stadtratssitzung nicht, dass es sich um eine versteckte Preiserhöhung handelt, obwohl der größte Teil des Hauses nicht mehr zugänglich ist, geht lediglich aus einem Satz in der Vorlage von Referatsleiterin Sonja Fischer hervor: „Die variable Anpassung des Eintrittspreises führt unter der Voraussetzung, dass die Zahl der Ausstellungsbesucher konstant bleibt, zu einer leichten Erhöhung der Einnahmen.“

Einnahmeverluste ersparte der Stadtrat dem Museum auch an anderer Stelle: Geführte Gruppen, die nicht über die Stadt selbst gebucht haben, sollen weiterhin 15 Euro Eintritt bezahlen. „Die bleiben dann dem Museum einfach fern, bei dieser Summe hat der Stadtführer ja überhaupt keinen ,Benefit‘ mehr“, sprach sich Wolfgang Neumeier (UBV) für eine Änderung aus. Auch die Grünen stellten „den großen Werbeeffekt und Imagegewinn für die Stadt“ (Henrik Lüssmann) über die Einnahmen. Margit Däubler (SPD) verstand dagegen die Diskussion nicht: „Wenn die Stadtführer nicht von der Stadt sind und etwas vom Museum wollen, müssen sie auch bezahlen, das ist doch klar.“ Mit 16:11 Stimmen entschied der Rat, es bei der bisherigen Regelung zu belassen.

Nicht erwähnt wurde in der Debatte um den Verein der Gästeführer, dass sich in diesem mehrere Mitglieder finden, die ihre Dienste einst im Auftrag der Stadt anboten, bis man sich nach Differenzen über die künftige Ausrichtung trennte.

Christoph Kruse

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