Hauptplatz ist fertig

Das Herz schlägt endlich wieder

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Der Marienbrunnen plätscherte wieder und die historischen Gebäude waren am Hauptplatzfest geheimnisvoll erleuchtet – und so kamen tausende Besucher zu den Feierlichkeiten in das Herz der Lechstadt.

Landsberg – Alles ist neu am umgebauten Hauptplatz, dementsprechend „hakte“ es beim Fest am Wochenende zwar noch an der einen oder anderen Stelle, wie Pressesprecher Andreas Létang von der Stadt Landsberg einräumt – insgesamt war das Fazit aber deutlich positiv.

Obwohl das angekündigte sonnige Herbstwetter ausblieb, flanierten Tausende Besucher an beiden Tagen über den Platz und sorgten am Samstag auch bei den Einzelhändlern zum größten Teil für zufriedene Gesichter. Einer der Höhepunkte des Festes: Der Auftritt der Coverband „Crosstalk“ auf der Bühne vor dem Schmalzturm am Abend, untermalt von der spektakulären Lichtshow, die die Spezialisten von „RainAge“ auf die Beine gestellt hatten. 

Trotz empfindlich kühler Temperaturen hielten es zahlreiche Gäste bis in den späten Abend auf dem Hauptplatz aus und feierten gemeinsam. Angesichts der stimmungsvollen Atmosphäre wurden dann auch gleich Begehrlichkeiten laut: Einen derartigen Rahmen wünschten sich spontan viele Anwesende auch für das nächste Stadtfest. Auch zu Létang ist das durchgedrungen, auf Nachfrage gibt er sich allerdings etwas zurückhaltend.

Obwohl das Konzept „im Großen und Ganzen aufgegangen“ sei, müsse „noch diskutiert werden“, wie das Stadtfest im kommenden Jahr aussieht. Dabei will man dann auch die Erfahrungen aus dem vergangenen Wochenende berücksichtigen. Dazu gehört auch die Kommunikation des Busfahrplans. Am Samstag Vormittag warteten mehrere Landsberger vergeblich an den Haltestellen, da keine Busse fuhren. Die Entscheidung sei vom zuständigen Referat und dem Busunternehmer getroffen worden, so Andreas Létang auf Nachfrage. „Es wäre nicht möglich gewesen, die Routen so zu ändern, dass ein funktionierender Fahrplan hätte erstellt werden können.“ Dass diese Information offenbar nicht rechtzeitig bei allen Fahrgästen ankam, nimmt er ohne Umschweife auf seine Kappe, „ich entschuldige mich bei allen, die vergeblich auf einen Bus gewartet haben. Für weitere Veranstaltungen auf dem Hauptplatz will man „eine funktionierende Lösung anstreben.“

Etwas Sand ins ansonsten weitgehend gut geölte Festgetriebe kam auch beim Bierausschank. Dem Gastronomen, der den Hauptausschank übernehmen wollte, war zunächst zugesagt worden, dass die restlichen Wirte (bis auf eine Ausnahme) dann kein Bier verkaufen würden. Das änderte sich später allerdings, zahlreiche Stände wurden aufgebaut, der Wirt (der nicht informiert worden war) zog seine Zusage zurück. Bleibender Schaden sollte dadurch aber nicht entstanden sein. Man habe mit Leopold Hamberger ausführlich darüber gesprochen, so der Pressesprecher. „Wir haben uns entschuldigt und sind froh, dass das Verhältnis dadurch nicht nachhaltig belastet wird.“

Die Besucher bekamen davon ohnehin nicht direkt etwas mit; angesichts der zahlreichen und vielfältigen Verpflegungsmöglich-keiten dürften kaum Wünsche offengeblieben sein. Ohnehin verlief das Fest insgesamt harmonisch und erfolgreich. Létang freute sich, dass man, auch angesichts des kleinen Budgets, eine schöne Veranstaltung auf die Beine gestellt hat, „in der Mitte von Landsberg, für Landsberg, gestaltet mit Landsbergern.“ Von den Angeboten und Ideen, die von „Einzelhandel, Gastronomie und Vereinen“ gekommen war, sei man „überwältigt und froh, dass wir (fast) allen eine Plattform bieten konnten.“ Auch die Beleuchtung durch RainAge habe „beeindruckt und begeistert“.

Die Regierung von Oberbayern lobte anlässlich der Feier den „gelungenen Umbau“. Der Hauptplatz beeindrucke schon durch „die Dreiecksform mit den spannungsvollen historischen Platzwänden, die anspruchsvolle Topographie und die markanten Zugänge Schlossberg und Lechbrücke“, sagte Regierungsvizepräsidentin Maria Els in ihrem Grußwort. Der Platz sei jetzt barrierefrei und vielfältig nutzbar, die geänderte Verkehrsführung ermögliche eine „mit dem bestehenden Fußgängerbereich zusammenhängende großzügige Aufenthaltsfläche für Bewohner und Besucher.“ Von staatlicher Seite hatte es für den Umbau insgesamt 1,5 Millionen Euro Fördergelder gegeben, insgesamt hat die Regierung seit 1975 für die Städtebauförderung 21 Millionen nach Landsberg überwiesen.

Teilweise dramatische Worte hatte Mathias Neuner in seiner Rede zur Einweihung des Platzes gewählt. Nachdem der Oberbürgermeister die Vorgeschichte des Umbaus noch einmal rekapituliert hatte, freute er sich über den gelungenen Abschluss. Es sei klar gewesen, „man muss die Bürger viel mehr involvieren, mitbeteiligen, die Akzeptanz ist eine ganz andere.“ Nach der „Operation Umbau unseres Herzens“ („ein Mammutprojekt, das man erst einmal stemmen muss“) dankte der OB allen Beteiligten und denjenigen, die Einschränkungen durch die Arbeiten hinnehmen mussten, namentlich den Rettungskräften, dem Nahverkehr und der Müllabfuhr.

Vermissen werde er die Schlagzeilen, so Neuner, „über Zebrastreifen, über einen Sarkophag, über ein Blindenmodell. Aber auch Schlagzeilen über Bäume und Bushäuschen.“ Auch wenn es noch den „einen oder anderen Zweifler“ gebe, betonte das Stadtoberhaupt: „Der Platz ist fertig, er ist schön, er ist gelungen.“ Der Bürger in Landsberg habe gesagt, wie er sich den Hauptplatz vorstelle und er habe das Gefühl, „wir Landsberger haben einen guten Geschmack. Denn mir persönlich gefällt er sehr gut.“

Christoph Kruse

Der Platz ist fertig!

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