Teamwork im Grünen

Grüne Idylle bei Bischofsried: Nach getaner Arbeit gönnt sich die Transition-Gartengruppe einen erholsamen Plausch und ein Glas Apfelsaft dazu. Foto: Nagl

Irmela sitzt in ihrem Beet und zupft geduldig Giersch und andere unerwünschte Wildkräuter aus. Die Tanztherapeutin gehört zu den rund 15 landlustigen Leuten, die sich in der Gartengruppe der Transition-Town-Initiative Dießen enga-gieren. Seit März bestellen die Freizeitgärtner ein rund 600 Quadratmeter großes Stück Land bei Bischofsried – nach Bioland-Richtlinien versteht sich.

Ins Leben gerufen wurde die Gruppe von Katja Holler. Die studierte Gartenbauingenieurin arbeitet als Redakteurin bei „Kraut und Rüben“, ist 2. Vorsitzende der Ortsgruppe Bund Naturschutz in Dießen und kann vom grünen Landleben eigentlich nie genug bekommen. Klar dass im Transition-Gemeinschaftsgarten nur Öko-Saatgut in die Erde kommt. Gedüngt wird bei Bedarf mit Pferdemist, den die Kaltblüter Zucker, Rinaldo und Paul im nahegelegenen Noll-Hof produzieren. Landwirt Klement Noll hat das Grundstück spontan zur Verfügung gestellt und mit seinen Pferden vor der Einsaat die Gründüngung untergepflügt. Kein Wunder also, dass der Bantam-Zuckermais bereits ansehnliche Reihen bildet. Auch das Kartoffelkraut lässt auf eine reiche Ernte schließen. 13 alte Sorten hat die Gartengruppe vor ein paar Wochen in die Erde gesteckt um zu sehen, welche am besten gedeiht. Und gleich nebenan, auf den individuellen Parzellen, die von den Transition-Gartenfreunden nach ihren jeweils eigenen Vorstell-ungen bepflanzt und bearbeitet werden, wachsen Zucchini, Kürbisse, Gurken, Mangold, Salat und vieles mehr. Auch die Tomaten in den mobilen Minigewächshäusern gedeihen prächtig. Ein Patent, das Schreiner und Hobbygärtner Prajan eigens für den Transition-Garten entwickelt hat. Neben Gartenfachleuten und geübten Hobbygärtnern habe sich der Gruppe auch Landlustige angeschlossen, die das erdige Vergnügen erst vor Kurzem entdeckt haben. Zu ihnen gehört auch Irmela. Nachdem sie sich eine Woche Urlaub gegönnt hat, ist sie nun dabei ihre Mangoldpflänzchen „freizulegen“. Und zu ihrer großen Freude tauchen unter dem Giersch auch Fenchel- und Zucchinipflanzen auf. Auf fleißige kleine Gärtner lässt das Beet des Waldkindergartens schließen. Ihnen macht neben dem Gärtnern auch das Toben und Spielen in der grünen Idylle und am nahegelegenen Bach sichtlich Spaß. Schon in wenigen Wochen werden die Kinder wissen, dass Gurken oder Karotten vom eigenen Beet am besten schmecken. Jeden Freitagnachmittag trifft sich die Gartengruppe der Transition-Town-Initiative zum Teamwork und zum anschließenden Gruppengespräch. Wer mitmachen will, kann einfach mal vorbeikommen.

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