Der Starkregen war schuld

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Der Teich unterhalb des Monopteros im Schacky-Park ist wegen Dammbruchgefahr derzeit ohne Wasser. Vor über einhundert Jahren unternahmen die Damen der Gesellschaft Bootsfahrten in den künstlich angelegten Seen der prachtvollen Landschaftsparks, wie die alte Fotografie zeigt.

Dießen – Der Teich im Dießener Schacky-Park unterhalb des Monopteros mit seinen spiegelnden Wasserflächen gehört zu den wichtigsten Gestaltungselementen des prachtvollen Landschaftsparks. Derzeit sehen die Besucher allerdings nur eine braungrüne Brühe am Teichgrund, denn das Wasser musste ausgelassen werden. Die sintflutartigen Regenfälle in diesem Sommer hatten dazu geführt, dass der Teich kein Wasser mehr aufnehmen konnte. Der Nonnengraben, der sonst als Rinnsal das Oberflächenwasser des östlichen Schatzberggebietes in den See leitet, war auf eine Breite von bis zu drei Metern angeschwollen, hatte den See überspült und den Deich am Wehr gefährlich aufgeweicht. Im Wurzelwerk der stattlichen Trauerweide entstanden Hohlräume, so dass der Förderkreis um Christine Reichert die Notbremse zog und das Wasser ausließ, bevor größere Schäden entstehen.

Da die Marktgemeinde Dießen als Pächterin für das Areal unterhaltspflichtig ist, wurde dieser Notfall auf der aktuellen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses besprochen. Einstimmig beschloss man, nach der Maßgabe des Wasserwirtschaftsamtes ein Gutachten zur Sanierung des Dammes in Auftrag zu geben.

Bei der Übernahme des Schacky-Parks durch den Förderkreis war das Wasser infolge eines Dammbruchs 2001 bereits vollständig ausgelaufen. Teich und Wehr waren durch die erodierenden Gräben völlig verschlammt und die historische Bootshütte zusammengefallen. 2008 wurde der Teichgrund von den Mitgliedern des Förderkreises ausgebaggert, mit Lehm abgedichtet, der Damm wieder aufgebaut und durch umfangreiche Erdarbeiten die Ufergestaltung modelliert. Auch die Wehranlage musste saniert und eine Überlaufstelle im südlichen Dammbereich gebaut werden. Schließlich wurde das Bootshaus neu gezimmert, bevor der Teich im August 2008 geflutet werden konnte. Die sich im Wasser spiegelnden Hängebuchen und der Monopteros waren für die Parkbesucher stets ein Highlight. Bis es wieder soweit ist, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Erst muss das Ergebnis des Gutachtens abgewartet werden, bevor mit den Planungen der Dammsanierung begonnen wird.

Der Teich mit einer acht Meter hohen Fontäne in der Mitte wurde zu Zeiten von Ludwig Freiherr von Schacky auf Schönfeld vielfältig genutzt: Zum Baden, Boot fahren, Schlittschuhlaufen, als Fischteich und als Wasserreservoir. Es ist 113 Jahre her, als der Baron, königliche Kämmerer und Oberstleutnant a. D. mit seiner Frau Julia das 18 Hektar große Grundstück in Dießen erwarb und hier seinen Sommersitz in einem Landschaftspark im Englischen Stil baute. Neben Skulpturen, Brunnen, Monopteros und Teehaus gehörte ein künstlich angelegter Teich hier quasi zur Grundausstattung. Leider konnte die Familie Schacky nur zehn Jahre ihren Sommersitz genießen. Dann begann für den Park eine wechselvolle Geschichte. Die harten Zeiten des letzten Jahrhunderts diktierten den Eigentümern eine landwirtschaftliche Nutzung, so dass die kunstvolle Ausstattung des Parks langsam verrottete.

Der Schacky-Park gehört seit 1933 der Kongregation der Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul, die es der Gemeinde Dießen vor zehn Jahren langfristig verpachtete. Schnell gründete sich ein engagierter Förderkreis, der sich der verfallenen Denkmale annahm, den Park restaurierte und der Öffentlichkeit zugänglich machte. Dass die ehrenamtliche Tätigkeit des Förderkreises kein Ende nimmt, zeigt die aktuelle Problematik des Teichdammes.

Auch ohne Wasser im Teich ist der Schacky-Park mit seinen Sehenswürdigkeiten und dem imposanten alten Baumbestand einen Besuch wert. Er ist noch bis Oktober täglich außer montags von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Dieter Roettig

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