In keinem Verhältnis zum Aufwand

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Weit kommen Fahrgäste am ÖPNV-Automat im Bahnhof nicht: der letzte von vier Ticketautomaten ist seit Langem außer Betrieb, der Stadtrat ist gegen eine Reaktivierung.

Landsberg – Wer mit dem Stadtbus fahren möchte, der muss den Fahrschein beim Fahrpersonal oder bei der Vorverkaufsstelle im Reisebüro Vivell lösen. Klassische Ticketautomaten gibt es in der Lechstadt nicht mehr.

Von vier Automaten war zuletzt einer am Bahnhof übrig – dieser funktionierte nicht einmal mehr. Der Stadtrat entschied kürzlich auch diesen abzubauen – eine Reaktivierung der Automaten stehe in keinem Verhältnis zur Nutzung.

Vier Automaten standen den Fahrgästen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) von 2003 bis 2011 zur Verfügung. Vermehrter Vandalismus am Ticketautomaten am Ulrichsplatz hatte zur Folge, dass die Stadt diesen 2008 abbaute. Auch die beiden Automaten am Hauptplatz mussten im Zuge des Umbaus weichen. Blieb nur noch eine Ticketstelle am Bahnhof – allerdings außer Betrieb. Tickets für den Stadtbus gibt es seit knapp einem Jahr ausschließlich beim Fahrpersonal und beim Reisebüro Vivell am Hauptplatz.

Im November hakte die Hausverwaltung des Bürgerbahnhofs schließlich bei der Stadtverwaltung nach, ob und wann denn der dortige Automat wieder in Betrieb gesetzt werden soll. Das allerdings steht außer Frage: Der Stadtrat äußerte sich jüngst einstimmig gegen eine Reaktivierung des Automaten am Bahnhof und der drei eingelagerten Maschinen. Grund dafür war die unverhältnismäßig geringe Nutzung gegenüber hoher Kosten. „Allein die Kosten für die Stromversorgung lagen pro Automat bei rund 750 Euro pro Jahr“, erklärt Nahverkehrs-Experte Dietmar Winkler vom Landratsamt. Zusätzlich fielen auch noch Kosten für Wartung, Softwarepflege und Abrechnung an.

Verzeichnete die Statistik für den Automaten am Bahnhof 2003 noch Einnahmen von über 19000 Euro, so waren es 2011 gerade einmal 2649 Euro; seitdem gab es keine Statistik mehr. Eine Reaktivierung der teilweise schon seit Jahren nicht mehr benutzten Automaten sei laut Winkler mit einer Generalüberholung gleichzusetzen – und entsprechend kostenintensiv. „Es ist sehr bedauerlich, dass die Inanspruchnahme der Automaten in keinem Verhältnis mehr zum Aufwand steht“, betont Winkler. „Daher würde ich von einer Wiederinbetriebnahme abraten.“

Mittlerweile vermissen die Landsberger ÖPNV-Kunden die Automaten scheinbar kaum noch: Die Ticketausgabe bei Vivell am Hauptplatz und beim Fahrpersonal klappe sehr gut, versichert Andreas Létang, Pressesprecher der Stadt. Was mit den vier alten Automaten nun passieren soll bleibt derweil ungewiss. Die Stadtverwaltung schätzt den Verkauf wegen der notwendigen Generalüberholung als schwierig bis unmöglich ein.

Janina Bauch

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