Teuerste Lösung

Der Gemeinderat hat entschieden: Die Schützen ziehen in das Kauferinger Jugendhaus OVAL ein und erhalten im Süden des Gebäudes noch einen Anbau. Foto: Bauch

„Die Spirale ist ins Laufen gekommen, das ist das Wichtigste.“ Kauferings scheidender Bürgermeister Dr. Klaus Bühler war nach der jüngsten Gemeinderatssitzung zufrieden. Nach zahlreichen Verschiebungen, Dis­- kussionen und immer wieder neuen Vorschlägen wurde nun die Lösung für den Raum-Ringtausch gefunden: Die Mittagsbetreuung erhält wunschgemäß die Räume im ehemaligen VfL-Heim hinzu, die Schützen ziehen ins Jugendhaus OVAL, wo sie je einen Schießstand für die Ge­wehr- und Pistolenschützen und einen für die Bogenschützen bekommen.

„Das Ganze muss erst noch einmal von unseren Mitgliedern genehmigt werden“, mahnte Enzian-Vorstand Horst Werner vor voreiligen Vollzugsmeldungen. Nachdem das gesamte Vorgehen allerdings mit dem Verein abgestimmt war, dürfte bei der Mitgliederversammlung am 9. März aber wohl nichts mehr schiefgehen. Zuletzt hatten sich Bürgermeister und mehrere Gemeinderäte mit den Schützen im OVAL getroffen, der jüngste, noch ein weiteres Mal veränderte Vorschlag wurde dort gemeinsam erarbeitet. Die Eckpunkte des Kauferinger Ring-Raumtausches: • Den Schützen wird das Erbbaurecht am Franz-Senn-Weg abgelöst. Dafür bezahlt die Gemeinde beim Umbau die Rechnungen des Vereins in Höhe von bis zu 139000 Euro. Insgesamt dürfte der Ringtausch die Gemeinde rund 250000 Euro kosten. • Schießstand und Gemeinschaftsräume für die Schützen werden nun doch im Süden angebaut. • Der Stand für die Bogenschützen wird an der Nordseite angebaut. • Damit behalten die Jugendlichen den größten Teil der bisherigen Räume. Zwei kleinere Zimmer werden zudem zu einem größeren „Disco-Raum“ umgebaut. • Im Norden wird neben dem Bogenschießstand ein zusätzlicher Container mit rund 15 Quadratmetern Fläche aufgestellt, dort soll künftig das Büro untergebracht werden. • Die Räume werden dem Schützenverein mietfrei zur Verfügung gestellt. Mit 15:2 stimmte der Marktgemeinderat dieser Lösung zu, lediglich Hans-Jörg Pilz und Alex Glaser (GAL) votierten dagegen. Pilz gab seinem Unbehagen Ausdruck: „Nach den ganzen Diskussionen sind wir jetzt wieder bei der teuersten Lösung angekommen. Wir müssen in den nächsten vier Jahren ohnehin schon Kredite aufnehmen, die wir uns nicht mehr leisten können. Mit Containern für die Mittagsbetreuung hätten wir das für 60000 statt für 260000 Euro lösen können.“ Ein gewisse Nachdenklichkeit war allerdings – nicht erst seit der Beschlussfassung – tatsächlich mehreren Gemeinderäten anzumerken; die Bedenken wurden dann aber öffentlich sehr zurückhaltend formuliert. Gabriele Triebel (GAL) hatte bereits in der jüngsten Ausschusssitzung nachgehakt, wie es denn mit einem Ganztageszug in der Grundschule aussieht? „Wenn der geplant ist, haben wir plötzlich jede Menge Plätze in der Mittagsbetreuung frei.“ Gabriele Hunger (CSU) stellte diese Frage ebenfalls in den Raum. „Angebracht wäre der Zug in den nächsten Jahren ja sicherlich. Ich hoffe nur, dass wir das viele Geld dann nicht umsonst ausgegeben haben.“ Eine Sorge, die der Bürgermeister nicht so richtig verstehen kann. „Da wird eine Frage aufgeworfen, die weit in die Zukunft zielt“, so Bühler auf Nachfrage des KREISBOTEN. „Ob dieser Ganztageszug kommt oder überhaupt gewünscht wird, weiß jetzt niemand. Um die bayerische Schulpolitik auf Jahre vorherzusehen, müsste man schon Hellseher sein. Ich bin jedenfalls froh, dass wir diese Hürde jetzt noch genommen haben.“

Meistgelesene Artikel

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Noch ein Protest-Kunstwerk

Holzhausen – Wie einst Asterix und seine Gallier gegen die Römer kämpfen Daniel Fusban und seine Holzhauser Mitbürger gegen die übermächtige …
Noch ein Protest-Kunstwerk

Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Landsberg – Er ist zweifellos der vielseitigste aber auch streitbarste Schauspieler und Filmemacher Deutschlands: Til Schweiger. Mit rund 50 …
Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Kommentare