Therapien am Bahnhof – Angehende Architekten machen Vorschläge zur Uttinger Ortsgestaltung

„Es ist wohl fast wie im Himmel hier zu leben“, betonten Michaela Au und Kathrin Neff. Beide sind Studentinnen der Nürtinger Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, die kürzlich in der Bayerischen Verwaltungsschule in Holzhausen Anregungen zur Uttinger Ortsgestaltung präsentierten.

15 Studenten der Landschaftsarchitektur hatten die Ammerseegemeinde im Frühjahr vergangenen Jahres durchstreift – Dorfmitte, Bahnhofstraße, Mühlbach und Summerpark erforscht und unverbindlich überplant. Die so entstandenen Seminararbeiten wurden zu sieben zentralen Planungszielen gebündelt: Ortsmitte; Schulwiese; Bauhof und Feuerwehr; Bürgerhaus Bahnhofstraße; Nachnutzung des bisherigen Standorts Bauhof/Rathaus und Aufwertung Summpark; Verknüpfung Ortsmitte – Bahnhof – Summerpark; ökologische Aufwertung Mühlbach; Ergänzung Wegenetz. Stellvertretend präsentierten nun Au und Neff das Ergebnis mit Projektleiter Prof. Wolfgang Schreiber. Dabei kamen Probleme zur Sprache, die auch im Gemeinderat seit Jahren zuhause sind – etwa die Empfehlung, das Steinhauser Grundstück zu erwerben, um in der Ortsmitte ein neues Rathaus zu situieren. Vorgeschlagen und planerisch ausgeführt wurde auch die Umnutzung des Feuerwehrhauses zum Bürgerhaus – eine Idee, für die es Applaus gab. Auf neuen Wegen wandelten die Studenten bei ihren Planungen für die Schulwiese. Hier, unterhalb der Grund- und Hauptschule, siedelten sie zentrumsnah ein Altenpflegeheim mit angegliederten Altenwohnungen an. Das benachbarte alte Spritzenhaus würde ein Jugendhaus. Der Bauhof und die Feuerwehr würden aus ihren Standorten am See, beziehungsweise an der Bahnhofstraße, in die Nähe der Sporthalle umgesiedelt – mit Synergiegewinn. Die Finanzierung könnte nach Ansicht der Studenten aus dem Grunderlös für das derzeitige, seenahe Bauhofareal erfolgen. Dort, mit Blick auf den Ammersee, siedelt Au ein Therapie- zentrum mit Wellnessbereich an, der auch den Bewohnern des Luftkurortes offen stehen sollte.Zur Aufwertung des Summerparks wurde vorgeschlagen, die nördliche Eduard-Thöny-Straße und den beschrankten Bahnübergang still zu legen und durch einen barrierefreien zu ersetzen. Zugleich soll der See durch die Wiederherstellung der Blickbeziehung von der Bahnhofstraße zum Wasser ins Dorf geholt werden. Die Dyckerhoffstraße ist als zukünftiger Zubringer zur südlichen Eduard-Thöny-Straße gedacht. Mutig wirkte die Idee, den Bahnhofsvorplatz vom Durchgangsverkehr freizuhalten und fußgängerfreundlich zu gestalten. Außerdem sagten die Studenten einen steigenden Bedarf an Fahrrad- und Autoabstellplätzen für den Bahnhof voraus. Daher haben sie die Fläche südlich des Bahnhofs in unterschiedlichen Varianten überplant. Aus seiner Sicht, so Prof. Schreiber, müsse gegenwärtig das Gespräch zwischen der Gemeinde und dem neuen Bahnhofseigentümer oberste Priorität haben, um kommunale Interessen zu sichern. Bürgermeister Josef Lutzenberger liegt neben dem Bahnhof auch der Mühlbach in Sachen Ökologie und Naherholung am Herzen. Das hätten die Studenten beispielhaft herausgearbeitet. Bevor sich die Utting diesem Kapitel widmen könne, müsse allerdings die bereits in Angriff genommene Hochwasserfreilegung des Mühlbachs in trockenen Tüchern sein.

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