Tierquälerei

Vorerst kein Vieh auf dem Ertl-Hof

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Standen im Dreck und waren laut Veterinär völlig verwahrlost und verkrustet: die Kühe auf dem Ertl-Hof in Rott (Symbolfoto).

Landsberg/Rott – Der Sohn und die Witwe des früheren Bundeslandwirtschaftsministers Josef Ertl sind wegen Tierquälerei zu Geldstrafen von zusammen 8100 Euro verurteilt worden. Außerdem dürfen sie zwei Jahre lang keine Tiere halten oder betreuen. Die Angeklagten beharrten bis zum Schluss da­rauf, dass sie sich nichts hatten zu Schulden kommen lassen. Vielmehr hätten sie alles daran gesetzt, ihre Kühe durchzubringen.

Für das Amtsgericht Landsberg stand nach drei Verhandlungstagen und vielen Zeugen- aussagen jedoch fest, dass die 89-jährige Inhaberin und der 54-jährige Betriebsleiter einer Milchvieh- und Mutterkuhhaltung in Rott ihre Tiere unzureichend gefüttert und versorgt hatten. In der Anklageschrift war die Rede von 15 Fällen, in denen Kühe erhebliche Schmerzen und Leiden auszuhalten gehabt hätten. Sieben Tiere verendeten. Sie waren völlig abgemagert und hatten in einem verdreckten Stall keine sauberen Liegeflächen gehabt.

Die Angeklagten boten mehrere Erklärungen für den schlechten Zustand ihrer Tiere an: Kolibakterien beziehungsweise Chlor im gemeindlichen Trinkwasser, Nebenwirkungen der Blauzungen-Impfung oder Schäden durch Ohrmarken. Der 54-Jährige machte im Rahmen der Beweisaufnahme umfassend von seinem Fragerecht Gebrauch und löcherte die Zeugen geradezu – offenbar mit dem Ziel, einerseits Versäumnisse von Tierärzten und Behörden, andererseits das eigene Engagement in Sachen Tierwohl darzustellen. Überzeugen konnte er Richterin Simone Zwiener jedoch nicht.

Mit der Geldstrafe kommen Mutter und Sohn nun schlechter weg als zuvor im Strafbefehl, der nur 7200 Euro verhängt hatte. Dagegen hatten sie Einspruch eingelegt. Und auch gegen das jetzige Urteil wollen sie voraussichtlich Berufung einlegen.

Ulrike Osman

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