Töpfer, Proleten und andere Zeitgenossen

Am Samstagabend waren sie alle da, die „Lustigen“, die „Schneidig und die Räudign“, die „Hitzign und die Witzign“, die „Doktoa und die Spekulantn, d´Immobilienmakler und „d´Musikanten“, die „Feierwehrler“ und der „Bürgermeister“, „de Ehrlichn und de Baubeamtn“, „de Millionäre und de Grattler“, und – um im Bairisch der Biermösl Blosn zu bleiben – auch die „Evangelischen und de echtn Pfarra“ – zu Hunderten füllten sie das Zelt, das der Förderverein Schacky-Park im gleichnamigen Park aufgebaut hatte.

Virtuos mit einer Vielzahl von Instrumenten agierend und mit kräftigen Stimmen überbrachten die Well-Buam, zur Freude des Publikums im „Feuchtbiotop“ zwischen unanständigem Kratzen Grüße vom Bischhof Mixa in die „Töpferwerkstatt“ auf der „Proletenseite vom Ammersee“. Klar durfte im Begrüßungsgstanzerl auch der ein oder andere kommunalpolitische Seitenhieb auf die Gemeinde Dießen nicht fehlen, „wos so schwarz san rundum wie die Dächa – dass sogar bei Mondfinsternis an Schattn werfn“ und wo man „auf die notleidende Landwirtschaft schaut und dem Triebhofbauern erlaubt, dass a ein 78-Betten-Wellnesshotel mit Driving Range ins Landschaftsschutzgebiet baut“. Zum Glück haben dagegen „de Vinzentinerinnen nicht bedacht, dass ma den Schaky-Park wenn man 30 Johr verpacht nimmer bebaun ko“. Man liebt die drei Brüder Hans, Michael und Christoph „Stopherl“ Well aus Günzlhofen nahe Augsburg dafür, dass sie so ehrlich sind und dass ihnen fast nichts heilig ist. Da wundert es einen auch nicht wenn man erfährt, dass der Herrgott schon lange aus der Kirche ausgetreten ist, weil ihm das ganze Gschwerl sackrisch auf die Nerven geht. Und so war auch gleich klar, wem der kräftige Regenschauer, der am Samstag über dem Schacky-Park beim Konzert hernieder ging und durch ein Zeltleck einige Tropfen energisch auf die Bühne platschen ließ, in die Schuhe zu schieben war: „Das hat der Mixa wieder mal schön arrangiert mit dem Wetter“. Doch verpackt in traditionelle Volksmusik und zur Freude des Publikums bekam nicht nur die Geistlichkeit, sondern auch die Politik und die Wirtschaft dermaßen ihr Fett weg, dass man auch nach der dritten Zugabe gerne noch weiter zugehört hätte. Und auch die Biermösl Blosn zeigten sich rundum begeistert. Angesichts der großen gartengestalterischen und kul­- turellen Leistungen, die der Förderverein Schacky-Park in den letzten Jahren vollbracht hat, sollte auch der Appell von Hans Well, diesem „Super-Verein“ unbedingt beizutreten, nicht ungehört verhallen.…

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