Torschlusspanik beim EVL

Lieber am Lech als an der Elbe: Keeper Patrick Ashton kommt von den Dresdner Eis­löwen z urück zum EV Landsberg. Foto: Merkur online

Wenn’s mal schief läuft, dann richtig: Von den Torhütern des EV Landsberg hat es in der vergangenen Woche eine Hiobsbotschaft nach der anderen gegeben. Sowohl Rotislav Kosarek als auch Alex Reichelmeir fallen jetzt verletzt für längere Zeit aus. Glück im Unglück: In aller­letzter Sekunde gelang mit Patrick Ashton die Verpflichtung eines hochkarätigen Ersatzmannes.

Kosarek wird dem EVL mit seiner Schulterverletzung wohl doch länger als zunächst gedacht fehlen – Rückkehrzeitpunkt ungewiss. Damit hatte man mit Reichelmeir (21) und Daniel Klein (19) nur noch zwei Juniorentorhüter zur Verfügung. Schlimmer noch: Da bei den Junioren ebenfalls zwei weitere Stammkräfte verletzt sind, mussten beide schon drei Spiele pro Wochenende meistern. Doch es kam noch dicker. Am Freitag verletzte sich Reichlmeier bei einer Rettungsaktion im Spiel gegen Deggendorf kurz vor Schluss. „Er hat mir gesagt, er kann weiterspielen, aber das war nicht so gut“, so EVL-Coach Dave Rich später. Sowohl beim späten Ausgleich der Straubinger als auch beim entscheidenden Tor in der Verlängerung konnte sich der Goalie offensichtlich nicht mehr richtig bewegen. Die niederschmetternde Diagnose nach dem Spiel: Leistenverletzung und voraussichtlich mindestens vier Wochen Zwangspause. Der EVL stand damit ohne Torhüter für die erste Mannschaft da. Zum Glück hatte man sich zu diesem Zeitpunkt bereits mit Ashton geeinigt. Glück deshalb, da am Sonntagabend der Transfermarkt für die Oberliga geschlossen wurde, danach wäre eine Verpflichtung eines neuen Spielers nicht mehr möglich gewesen. Allerdings wurde es zeitlich extrem knapp. Da sich Ashton mit seinem derzeitigen Arbeitgeber Dresden über finanzielle Dinge zunächst nicht einig wurde, verweigerten die Eislöwen die Herausgabe des Spielerpasses. Als man ihn dann am Freitag nach eigenen Angaben zum Deutschen Eishockey-Bund faxte, war dort niemand mehr im Büro, so dass der Antrag nicht mehr bearbeitet wurde und Ashton, obwohl bereits in Landsberg im Training, am Wochenende nicht eingesetzt werden konnte. „Ich gehe davon aus, dass der Pass von Dresden noch rechtzeitig geschickt wurde und Ashton jetzt für uns spielen kann“, sagt Dave Rich. Der 26-jährige Ashton kam in Dresden am Finnen Pasi Häkkinen und dessen Ersatzmann Kai Kristian nicht vorbei. In Landsberg ist er ein alter Bekannter, da er vor fünf Jahren bereits zwölf Oberligaspiele für den EVL absolvierte. Der gebürtige Münchener, dessen Vater in der vergangenen Saison auch den Nachwuchs in Landsberg trainierte, ist in Bayern bereits weit herumgekommen, stand schon in Augsburg, Ingolstadt und München im Kader, spielte in den letzten drei Jahren allerdings vorwiegend für den EHC Klostersee. Ashton erhält in Landsberg einen Vertrag bis Saisonende, wodurch für ihn wohl eine weitere Zahlung in den Reindl-Pool fällig wird. Sollten Kosarek und Reichelmeier zeitig genesen, hätte man drei Torhüter zur Verfügung. Ein Luxusproblem, das man in Kauf nehmen muss. „Wir mussten den Vertrag bis zum Saisonende machen, ich kann das Risiko nicht eingehen, ohne Torwart dazustehen“, sagt Dave Rich dazu. Hinfällig ist damit die Verpflichtung von Sebastian Staudt. Der 22-Jährige war nach der Nachverpflichtung von Sinisa Martinovic in Schwenningen nur noch dritter Mann und wäre von den Wild Wings nach Landsberg ausgeliehen worden. „In Play-Offs oder Play-Downs hätte er aber für uns voraussichtlich nicht spielen können, das ist natürlich auch nicht optimal“, so der EVL-Vorsitzende Hans-Jürgen Böttcher.

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