Voll im Trend

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Expertenrunde bei der diesjährigen Jahresversammlung des Tourismus-Verbandes Ammersee-Lech (von links): Oberbürgermeister Mathias Neuner, Tourismus-Chefin Ira Wild und Rainer Eugen von der Firma Feratel.

Landkreis/Dießen – Als „erfolgreich“ und „sehr ausbaufähig“ bezeichnete Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner die Arbeit des Tourismus-Verbandes Ammersee-Lech im Rahmen der diesjäh- rigen Jahresversammlung, die im Seefelder Hof in Dießen stattfand. Ein dickes Lob gab es für Tourismuschefin Ira Wild. Sie wirtschafte „wie eine schwäbische Hausfrau“, freute sich Neuner. Allein im zurückliegenden Geschäftsjahr seien 30000 Euro in die Rücklagen geflossen, die aktuell 67000 Euro betragen. „Mit diesem Polster können wir uns etwas leisten“, betonte der Oberbürgermeister.

Wenn es um Urlaub in Deutschland geht liegt Oberbayern und damit auch die Region zwischen Ammersee und Lech voll im Trend. Die Übernachtungen zeigten mit 423550 ein Plus von 3,3 Prozent zu 2012 und die Verweildauer der Gäste erhöhte sich auf 3,3 Tage. Für 2014 gibt es noch keine endgültigen Zahlen. Allerdings ging die Zahl der Betten weiter zurück und lag 2013 bei 3205. Den stärksten Rückgang hat Utting zu verzeichnen: 14,9 Prozent weniger Übernachtungen sind nicht zuletzt auf die Schließung des Seefelderhofs und des Hotels Sonnenhof zurückzuführen. 

Ein wichtiger Aspekt, der in Zukunft auch im Tourismus mehr Berücksichtigung finden sollte sind, so Neuner und Wild, Angebote für Menschen mit Handicap. Vorreiterfunktion nehme diesbezüglich die Webseite www.ammerseelech-barrierefrei.de ein, die von Mitar- beitern der Herzogsägmühle erstellt wird. Gezielte Informationen sollen Menschen mit Handicap die bessere Planung von Aufenthalten in Städten und Gemeinden, deren Einrichtungen und Gebäuden sowie Unterkünften erleichtern. Gegen eine geringe Gebühr erhebt das Team der Herzog- sägmühle die notwendigen Daten und pflegt diese in die Webseite ein. „Es geht nicht darum, Ihre Ferienwohnung barrierefrei zu machen, sondern um eine Beurteilung der Kriterien, die für Menschen mit Behinderung relevant sind“, erklärte Neuner. 

Die Stadt Landsberg lässt diese Beurteilung derzeit Schritt für Schritt durchführen. Zur Zertifizierung rieten Neuner und Wild auch den Vermietern. In ihrem Tätigkeitsbericht wies Wild darauf hin, dass das Gastgeberverzeichnis für die Region heuer erstmals für einen Zeitraum von zwei Jahren aufgelegt wurde. 20000 Exemplare wurden gedruckt, die auch 2015 ausgegeben werden. Aktualität sei durch Beiblätter gewährleistet, auf denen Vermieter aufgeführt werden, die nach Redaktionsschluss dazu kommen. Anzeigen werden vornehmlich in Medien geschaltet, die eine Laufzeit von ein bis zwei Jahren haben. 

Im Frühjahr 2015 soll ein Reiseführer des Reise-Idee-Verlags für die Regionen Landsberg, Pfaffenwinkel und Starnberg erscheinen. Der Tourismusver- band Ammersee-Lech hat derzeit 210 Mitglieder und gehört der Arbeitsgemeinschaft Romantische Straße, der LEADER Aktionsgruppe Ammersee und dem Verband Via Claudia Augusta Bavariae an. Einer Mitgliedschaft im Verband Touris- mus Oberbayern München steht man wegen dessen bislang geringer Aktivitäten nach wie vor skeptisch gegenüber. 

Rund um die Uhr 

Ausführlich wurde das Reservierungssystem Feratel vorgestellt mit dem auch Buchungen „auf Anfrage“ möglich sind. Der Gast kann Online anfragen, der Vermieter muss die Buchung innerhalb von 24 Stunden bestätigen, sonst kommt sie nicht zustande. So kann der Vermieter jederzeit frei über seine Betten verfügen. Wichtig sei, so Rainer Eugen der als Feratel-Referent eingeladen war, dass Belegungspläne regelmäßig aktualisiert werden und dass Fotos von Zimmern und Ferienwohnungen informativ und ansprechend sind. 

Kritisiert wurde von einigen Anwesenden der Zustand sowie die Beschilderung der Radwege in der Region. Edgar Maginot, Tourismuschef der Gemeinde Dießen berichtete, dass der Ammersee-Höhenweg von der Tourist-Info Dießen nicht mehr beworben werde, weil er „ insbesondere Familien nicht mehr zumutbar“ sei. Landrat Thomas Eichinger (CSU) forderte die betroffenen Gemeinden auf, sich mit dem Landkreis in Verbindung zu setzen. „Dann werden wir unseren Teil dazu tun“.

Ursula Nagl

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