Die tragende Rolle ist vergeben

Auf die Probezeit kann man getrost verzichten, denn in den ersten sechs Monaten hat Florian Werner unter Beweis gestellt, dass das Stadttheater bei ihm in guten Händen ist. So zumindest sehen es OB Ingo Lehmann, Bürgermeister Norbert Kreuzer und mit ihnen der Stadtrat. Viel früher als geplant haben sie den Theaterwissen- schaftler zum künstlerischen Leiter des Landsberger Stadttheaters bestellt. Der Arbeitsvertrag ist auf fünf Jahre befristet.

Ohne jegliche Debatte sei das Votum einstimmig ausgefallen, durfte Bürgermeister Norbert Kreuzer (CSU) aus der nicht-öffentlichen Stadtratssitzung vom 3. Februar berichten. Er hatte sie in Abwesenheit des Oberbürgermeisters geleitet. Und Kreuzer bekannte vor der Presse, dass man in Werner „den Mann gefunden habe, den wir brauchen.“ Dieser verfüge nun über die nötige Zeit, Planungssicherheit und auch Autorität nach Außen, um die bevorstehende Theatersaison entsprechend vorbereiten zu können. Nach heftigen Turbulenzen im Zuge des „Rauswurfs“ von Alexander Netschajew sollte Florian Werner das Stadttheater wieder in ein ruhiges Fahrwasser bringen – zunächst im Rahmen eines sogenannten Werksvertrages, dessen Laufzeit am 31. Juli endet. Als OB Lehmann im Sommer diesen Weg eingeschlagen hatte, hagelte es zum Teil heftige Kritik. Heute sei er „sehr froh“, diese Entscheidung getroffen zu haben. Werner habe in den ersten sechs Monaten „ausgezeichnete Arbeit“ geleistet. Bei ihm sei das Stadttheater in guten Händen, da sei er sich ganz sicher, so der Oberbürgermeister. Er freue sich auf ein lebendiges und breites Kulturleben, in dem Florian Werner eine „tragende Rolle“ spiele. In der Tat liegt dem neuen künstlerischen Leiter ein möglichst breites, flächendeckendes Veranstaltungsspektrum sehr am Herzen. Den Anfang habe er bereits gemacht, betonte Werner und verband dies mit einem kleinen Seitenhieb: „Schon jetzt haben wir zehn Veranstaltungen mehr als zu Heiner Brummels Zeiten – fürs gleiche Geld.“ Zu einem Mehrspartenhaus soll sich das Stadttheater entwickeln, möglichst breit aufgestellt und ohne jegliche Exklusivität in der Besucherstruktur. Den „thematischen und künstlerischen Guss“ mit den Sparten Musik (Edmund Epple) und Film (Kurt Tykwer) sowie Literarisches Kabinett (Helbert Häberlin) und s’ Maximilianeum (Christian Knöferl) möchte Florian Werner noch verfeinern. „Vielleicht mit etwas mehr Musik“, ganz sicher mit fremdsprachigem Theater und mit mehr Jugendarbeit. Hier denkt der Theaterleiter an die Zusammenarbeit mit Schulen, Stadtbücherei und Volkshochschule. All das lässt sich gut vereinbaren mit der Vision des Oberbürgermeisters: Jeder Landsberger Bürger sollte mindestens einmal im Jahr das Stadttheater besuchen. Gleichwohl, so Kreuzers Einwurf, dürfe das Theater nicht zu sehr auf die Stadt fixiert sein. „Die Region ist uns wichtig, da müssen wir noch weitere Besucher akquirieren.“ Der Bürgermeisters sagt’s und der Theaterleiter bastelt schon mal an der neuen Tarifordnung, die er im Sommer präsentieren will.

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