"Einmaliges Banken-Konzept"

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Symbolischer Akt: Planer Edgar Bürger (Mitte) bei der Schlüsselübergabe an die VR-Bank-Vorstände Stefan Jörg (links) und Hans-Jürgen Rehberger.

Landsberg – Die VR-Bank Landsberg-Ammersee hat ihr neues Kompetenz- und Kommunikationszentrum in der Ludwigstraße offiziell eingeweiht. Damit geht eine zweijährige Umbauzeit zu Ende, während der aus drei historischen Gebäuden innerhalb der Vorgaben des Denkmalschutzes ein moderner Bau mit Bankfiliale, Restaurant und Veranstaltungsflächen gemacht wurde. Das Konzept sei in Deutschland bisher einmalig, betonen die Verantwortlichen.

„We had a dream“, zitierte Vorstandssprecher Stefan Jörg in seiner Festrede leicht abgewandelt Martin Luther King. Banken müssten heutzutage neue Wege suchen, und der Weg der VR-Bank heiße in diesem Fall „Erlebnis-Banking, Marktplatzkonzept – wie man es auch nennen will“. Schalterhalle, Beratungsräume und SB-Bereich der Bank, das neue Restaurant s'Ludwig sowie der Veranstaltungs- und Ausstellungsraum teilen sich das Erdgeschoss. Im ersten Stock liegen die Büros der Bankmitarbeiter, auch die Führungsspitze ist nach Landsberg gezogen. Vorstand Hans-Jürgen Rehberger arbeitet künftig in dem Raum, von dessen Erker aus alljährlich das Landsberger Christkind den Weihnachtsmarkt eröffnet.

Weiße Wände, schwarze Möbel, modernes LED-Licht – die historischen Gemäuer an der Ludwigstraße 162 bis 164, die zu den ältesten der Lechstadt gehören, haben ein modernes Innenleben erhalten. Dabei mussten unterschiedliche Gebäudeniveaus angeglichen und diverse Umbausünden der jüngeren Vergangenheit ausgemerzt werden, wie Planer Edgar Bürger berichtete. 50 Kilometer Kabel für EDV- und Stromleitungen verschwanden in Wänden und Fußböden, „das ist mehr als einmal um den Ammersee.“

Zwischen der modernen Ausstattung sind Relikte der Vergangenheit sichtbar: ein Stück alte Stadtmauer mit einer mittelalterlichen Markierung, einem sogenannten Kommun- zeichen, eine historische Balkendecke, die sorgsam restauriert wurde, eine kostbare Standuhr, die nun hinter Panzerglas die Zeit anzeigt. Fast auf dem Müll gelandet wäre laut Marketingchef Manfred Doll ein Gemälde, das die Abbruchfirma beim Entkernen entdeckte. Bei näherer Prüfung stellte es sich als Original von Johann Mutter heraus, mit einem Wert von schätzungsweise 20000 Euro. Es ziert nun den Sitzungssaal der Führungskräfte.

Zur Einweihung am vergangenen Donnerstag waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erschienen. Landrat Thomas Eichinger würdigte den Umbau als mutiges Unterfangen. Entstanden sei „ein weiterer Prachtbau für die Altstadt“. OB Mathias Neuner lobte den sensiblen Umgang mit der historischen Bausubstanz, und Dr. Andrea Althanns vom Genossenschaftsverband Bayern fand, die Verbindung von Alt und Neu sei „hervorragend gelungen.“ Den kirchlichen Segen spendeten im Anschluss Diakon Harald Walter und Pfarrer Detlev Möller.

Ulrike Osman

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