Ein Schritt nach dem anderen

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Der Deutsche Alpenverein will auf der Wiese vor dem Sportzentrum eine Kletterhalle bauen. Der Zuschuss von Seiten der Stadt hängt unter anderem noch davon ab, ob der DAV die Richtlinien der Sportförderung erfüllt.

Landsberg – Braucht Landsberg eine Kletterhalle? Auf jeden Fall, sagt die örtliche Sektion des Alpenvereins; die Region sei unterversorgt mit Möglichkeiten, die Trendsportart auszuüben – und die Mehrheit des Stadtrates will für einen Neubau auch das Stadtsäckel aufmachen. Mit 200000 Euro wird die Stadt den Zwei-Millionen-Bau unterstützen, auch wenn noch viele Fragezeichen bestehen. Der DAV habe „klar signalisiert, dass das Projekt gestorben ist, falls der Zuschuss nicht kommt“, hatte Kämmerer Peter Jung zuvor berichtet.

„Über den Standort diskutieren wir im Moment noch nicht“, legte sich Oberbürgermeister Mathias Neuner fest, der aber durchblicken ließ, dass er den Platz, den der Alpenverein selbst vorgesehen hat (im „Zwickel“ vor der Eishalle) für „nicht den glücklichsten“ hält. Für Neuner stehen stattdessen „auch der Bereich im Süden, in dem der Europan-Wettbewerb stattfindet“ zur Debatte, „oder auch der Frauenwald.“ Einige Stadträte äußerten stattdessen eher grundsätzliche Bedenken. 

„Wir machen den zweiten Schritt vor dem ersten“, mahnte etwa Axel Flörke (LLM), „wir geben 200000 Euro und wissen noch gar nicht, für was.“ Bei einer Finanzierungslücke von 39000 Euro jährlich „würde außerdem kein Privatmann das Projekt durchbekommen.“ Man bringe mit der Förderung „einen Prozess ins Laufen, bei dem zum Schluss möglicherweise Verluste sozialisiert werden, wenn der Verein den Betrieb nicht mehr stemmt“, warnte Flörkes Fraktionskollege Dr. Wolfgang Weisensee, „und über die Hintertür reden wir hier auch schon über das Erbbaurecht.“ Andere Räte sahen die Sache nicht so kritisch.

„Wenn sich das nicht mehr rentiert, dann steht die Halle eben da“, nahm Felix Bredschneijder die Finanzdebatte pragmatisch. Allerdings dürfte der mit 25:4 Stimmen beschlossene Zuschuss durchaus Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen wecken, denen erst vor kurzem Mittel gestrichen worden waren. „Wir haben viel Geld gekürzt, im Sport, bei der Musikschule und bei Vereinen, müssen wir nicht lieber da wieder einsteigen?“, fragte Tobias Wohlfahrt (CSU) und fand Zustimmung bei Stadtkämmerer Peter Jung: „Wenn Sie hier eine Ausnahme machen, sollten Sie im nächsten Jahr entscheiden, ob Sie nicht wieder eine Sportförderung mit zehn oder 20 Prozent in Kraft setzen.“ 

An den Richtlinien für eben diese Sportförderung hängt auch noch der Zuschuss für den Alpenverein. Auf Antrag von Christian Hettmer (CSU) wurde im Beschluss festgelegt, dass die Verwaltung überprüft, ob der DAV überhaupt die Richtlinien dafür erfüllt – unter anderem müssen dafür mindestens zehn Prozent der Mitglieder unter 26 Jahren sein und es muss eine „aktive Jugendarbeit“ betrieben werden.

Christoph Kruse

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