Den Bürger beteiligen

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An alter Wirkungsstätte: Im Herkomersaal des Rathauses fand die Feier anlässlich des 90. Geburtstags von UBV-Mitbegründer Max Doll (links) statt. Bürgermeisterin Doris Baumgartl (rechts), selbst UBV-Mitglied, war natürlich unter den Gratulanten. Im Vordergrund links Dolls Ehefrau Marianne

Landsberg – Lange war er Landsbergs beliebtester (und meistgewählter) Stadtrat: Max Doll. Warum Viele auch heute noch gerne an sein Wirken zurückdenken, wurde jetzt an alter Wirkungsstätte bei der Feier seines 90. Geburtstags deutlich – im Herkomersaal des Rathauses.

So habe eine wichtige Entscheidung Dolls viel in der politischen Landschaft verändert, wie der UBV-Vorsitzende Wolfgang Neumeier meinte: „Es gab bis dahin Fraktionszwang, Hanns Hamberger regelte die Dinge, die Verwaltung trug vor und dann fielen die Entscheidungen einstimmig“. Bis dann bei der geplanten Ansiedlung des US-Pharmakonzerns Eli Lilly Max Doll mit anderen „Abweichlern“ aus der CSU-Fraktion ausgeschlossen wurde und daraufhin die UBV mit begründete, „wobei das ,Unabhängig‘ bei ihm nie eine Worthülse war.“

Doll habe erst damit begonnen, die Bürger in Landsberg „regelmäßig zu informieren und ihre Meinung abzuholen“, lobte Neumeier den Jubilar und auch Bürgermeisterin Doris Baumgartl meinte: „Die UBV ist bis heute Ihrem Grundsatz treu geblieben, die Bürger zu beteiligen. Damit haben Sie den Grundstein dafür gelegt, dass sich heute mehr Bürger für die Politik vor ihrer Haustüre interessieren und sich engagieren.“ Doll sei außerdem Vorreiter für mehr Transparenz und die Rechte des Stadtrats gewesen.

1994 gab Max Doll, der vielen Bürgern auch durch die Schreinerei und den Bastelladen in der Mühlgasse bekannt war, sein Stadtratsmandat im Alter von 70 Jahren freiwillig zurück, nachdem er „zwei Jahrzehnte ein Kompass für den richtigen Weg war, wie man es im Nachhinein noch besser erkennt“, meinte der frühere Oberbürgermeister Franz Xaver Rößle, dessen Wahlsieg 1988 nicht zuletzt auf Dolls geschicktes politisches Handeln zurückzuführen gewesen sein dürfte. „Er hat mehr als viele Andere nach- und vorausgedacht“, würdigte Rößle Doll in seiner Laudatio.

Wie alle Redner verwies auch Rößle auf die Diskussionsfreudigkeit und Geradlinigkeit des Geburtstagskindes, er sei dabei aber nie verletzend gewesen. Rößle selbst habe als frisch gewählter Stadtrat gleich den ersten Klartext von Max Doll zu Hören bekommen, erinnerte er sich mit einem Schmunzeln: „Zur Weihnachtsfeier der Bergwacht wird gegangen. Da sind ein Haufen Leute, und lauter wichtige.“

Schönster Geburtstag

Der 90-jährige „Landsberger, wie er im Buche steht“ (Rößle) selbst, der über eine Stunde lang an der Seite seiner langjährigen Ehefrau Marianne die Würdigungen entgegennahm, blieb dann in seinem eigenen Redebeitrag erwartungsgemäß kurz und bescheiden. Mit der Feier habe man ihm den schönsten Geburtstag seines Lebens beschert, bedankte er sich lediglich. „Ansonsten möchte ich nur eines sagen: Ohne meine Kollegen Eschenlohr und Schilling wäre das alles nicht gegangen.“

Christoph Kruse

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