Über 8000 Einsätze gefahren – BRK-Kreisgeschäftsführer Anton Huber legt Rettungsdienstbericht 2008 vor

Ob Herzinfarkt, Kreislaufschwäche oder Verkehrsunfall: Tag und Nacht sind im Landkreis die Retter des Bayerischen Roten Kreuzes im Einsatz, um bei kleinen und auch größeren Notfällen schnelle, professionelle Hilfe zu leisten. Mehr als 8000 Mal war das Landsberger BRK-Team im vergangenen Jahr gefordert, wie Kreisgeschäftsführer Anton Huber in seinem Rettungsdienstbericht darlegt.

Am Einsatzort müssen die Rettungssanitäter und -assistenten nicht selten schnell und dennoch besonnen handeln. Bei Herzinfarkt und Schlaganfall etwa, den mit am häufigsten Notfällen, zu denen die Rettungseinheiten gerufen werden, verringert jede Minute weniger bis zur Behandlung in einem geeigneten Krankenhaus das Risiko bleibender Schäden. „Aktionismus ist hier fehl am Platz“, betont Huber, „nur die richtige Erstversorgung stabilisiert den Patienten, bis der Notarzt eintrifft oder das Krankenhaus erreicht ist.“ Eine rasche Auffassungs- und Kombinationsgabe, das seien beim Eintreffen am Einsatzort die wichtigsten Werkzeuge der Rettungskräfte; das mitgeführte technische Gerät habe in den ersten Momenten eher eine untergeordnete Rolle. Fest definierte Algorithmen stecken dabei einen Handlungsrahmen ab, um Notfallsituationen rasch in den Griff zu bekommen. Sie geben dem Rettungsdienstpersonal Sicherheit für Entscheidungen, die innerhalb kürzester Zeit zu treffen sind. „Diese Handlungshilfen werden jedes Jahr aufs Neue geschult und geprüft“, betont Landsbergs BRK-Chef, 30 Stunden Fortbildung pro Jahr seien für jeden Rettungsdienstmitarbeiter verpflichtend. Dazu kommen diverse Angebote über bestimmte Themenbereiche, welche in Kliniken in München und Murnau geschult werden. In den Rettungswachen des BRK im Landkreis Landsberg sind zurzeit 90 Frauen und Männer haupt- und ehrenamtlich im Rettungsdienst tätig. Huber: „Sie garantieren an 365 Tagen im Jahr, Tag und Nacht qualitativ hochwertige Hilfe.“ Dass dem so ist, hat das Bayerische Rote Kreuz im vergangenen Jahr offiziell von der Deutschen Gesellschaft für Qualitätsmanagementsysteme (DQS) bestätigt bekommen. Wie im KREISBOTEN be- richtet arbeitet das BRK Landsberg nach der ISO EN 9001 und ist damit seit 2008 zertifiziert. 4000 Notfall-Einsätze Die Notwendigkeit dafür, zeigen auch die Einsatzzahlen des letzten Jahres. Über 8000 Mal rückten die Retter zu verschiedensten Einsätzen aus. Davon waren 4000 Alarmierungen dem Status „Notfall- oder Notarzteinsatz“ zugeordnet. Bei diesen Einsätzen ordnet die Integrierte Rettungsleitselle Fürstenfeldbruck, der auch der BRK Rettungsdienst im Landkreis Lands- berg untersteht, die Verwendung von Sonderrechten – Blaulicht und Martinshorn – an. Huber: „Im Durchschnitt benötigt jeder achte Einwohner des Landkreises einmal im Leben die Leistung des Rettungsdienstes.“ Laut Hubers Bericht hat das Rote Kreuz im Landkreis allein für den Rettungsdienst insgesamt 60264 Vorhalte-/Dienststunden zu leisten, „das sind 33 Personal-Vollzeitstellen bei einer 45-Stunden-Woche. Der hauptamtliche Anteil an diesen Stunden und Stellen habe in 2008 exakt 79,2 Prozent betragen, der Anteil der ehrenamtlichen Leistungen 20,8 Prozent, was 12535 Stunden entspricht. „Mit diesem ehrenamtlichen Anteil wird den Kosten- trägern und damit den Beitragszahlern der gesetzlichen Krankenkassen allein im Landkreis Landsberg ein Betrag von 255000 Euro erspart“, rechnet Anton Huber vor. Und noch eine beeindruckende Zahl: Die sechs Rettungsfahrzeuge des BRK-Kreisverbandes in Landsberg und Dießen haben in 2008 zusammen 335000 Kilometer zurückgelegt. Rundum-Schutz Der Rettungsdienst ist wesentlicher Bestandteil des gesamten Hilfeleistungssystems des Bayerischen Roten Kreuzes. Als staatlich anerkannter Träger des Zivil- und Katastrophenschutzes übernimmt es hoheitliche Aufgaben. Es gewährleistet ständig die Vorsorge für plötzliche Großschadensereignisse mit einem Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten, wie etwa bei größeren Unfällen. Um den Selbstschutz der Bevölkerung in Notfallsituationen zu gewährleisten bietet das BRK eine breites Spektrum an Breitenausbildung an. Diese reicht von Erste-Hilfe-Kursen über Führerscheinkurse bis hin zu Fachausbildungen des Sanitätsdienstes und der Krisenintervention. Deutschlandweit verfügt das Rote Kreuz über rund 5000 Rettungsfahrzeuge an 1400 Rettungswachen. Jährlich wird das Rote Kreuz bundesweit zu über fünf Millionen Einsätzen gerufen. „Die Kombination an rettungsdienstlicher Versorgung, Zivil- und Katastrophenschutz, Breiten- und Fachausbil- dung sowie Psychologischer Betreuung (Krisenintervention) kann von keiner anderen Hilfsorganisation in Deutschland flächendeckend geboten werden“, betont Anton Huber in seinem Rettungsdienstbericht 2008 abschließend.

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