Überraschende Planänderung

Ursprünglich sollte das Kinderhaus Römerauterrasse am Eckgrundstück der Zufahrt zum Landsberger Klinikum entstehen (dunkles Gebäude). Nach gescheitertetn Verhandlungen sucht die Stadt nun einen neuen Standort. Foto: BBS

s war nur eine kleine Anmerkung, die Landrat Walter Eichner (CSU) in der jüngsten Kreistagssitzung unter dem Tagesordnungspunkt Bekanntgaben fallen ließ, doch barg sie allerhand Brisanz. Die Stadt Landsberg, so der Landrat, werde die geplante Kindertagesstätte nicht weiter am angedachten Standort auf dem Gelände des Klinikums verfolgen.

Die Ankündigung überraschte, denn bislang hatte nichts darauf hingedeutet, dass die Standortfrage für das Kinderhaus Römerauterrasse zu einem ernsten Problem für das Projekt werden könnte. Als OB Ingo Lehmann (SPD) Anfang April den Siegerentwurf des Nürnberger Architekturbüros BBS Lage der Öffentlichkeit vorstellte, sprach das Stadtoberhaupt noch wohlgelaunt von einem „unkompliziertem Bau“, der spätestens zum Kindergartenjahr 2012/2013 abgeschlossen sein würde. Mittlerweile ist das Stadtoberhauptes in diesem Punkt weniger gut gelaunt. Schuld daran sind die jüngsten Verhandlungsrunden mit der Leitung des Klinikums, die sich als komplizierter entpuppten als ursprünglich gedacht. Er habe sich mit seinem Anliegen nicht hinreichend unterstützt gefühlt, sagt Lehmann und macht damit die Klinikoberen für das unerwartete Scheitern verantwortlich. Diese hätten vor allem eine mögliche zukünftige Erweiterung ihres Hauses zögern lassen, grenzt doch das strittige Areal des neuen Kinderhauses direkt an die nördliche Zufahrt zum Klinikum an. Landrat Walter Eichner, lange Jahre Leiter des Klinikums und kraft seines Amtes derzeit Verwaltungsrats-Vorsitzender des Selbständigen Kommunalun­ter­nehmens, bedauert die Entwicklung. „Es war schließlich ein Gedanke von mir, der dem Krankenhaus ein Alleinstellungsmerkmal beschert hätte.“ Gleichwohl müsse die Klinikumsleitung zuallererst an das Wohl des eigenen Hauses denken, betont er. Von „Überwerfungen“ zwischen Stadt und dem Landkreis-Unternehmen will Eichner jedoch nicht sprechen, auch wenn hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wird, dass die Klinikumsleitung die Stadt mit Forderungen bezüglich Baugenehmigungen für eine künftige Erweiterung verärgert habe. Projekt nicht in Gefahr Gefährdet sei das Projekt durch die Absage allerdings nicht, betont der Oberbürgermeister. Man stehe bereits in „aussichtsreichen Verhandlungen“ mit anderen Grundstückseigentümern in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses. „Ich gehe davon aus, dass wir noch im August einen Abschluss schaffen.“ Gelingt dies, sieht Lehmann auch den Zeitplan nicht in Gefahr. „Es wird zwar sportlich, aber das Ziel, bis zum nächsten Kindergartenjahr fertig zu sein, ist auf jeden Fall noch erreichbar.“ Mit dem Kinderhaus Römer­auterrasse will die Stadt zusätzliche, dringend benötigte Betreuungsplätze schaffen und damit die Versorgungslücke im Nordwesten Landsbergs schließen. Besonders an Plätzen für unter Dreijährige fehlt es derzeit, zumal hier der Bedarf in den nächsten Jahren weiter ansteigen wird. Flexible Öffnungszeiten sollen es berufstätigen Eltern erleichtern, Kind und Job unter einen Hut zu bringen. Das Architekturbüro BBS Lage plant dafür ein Gebäude zu errichten, das aus fünf einzelnen, zweistöckigen Häusern besteht, welche um eine zentrale Halle herum angeordnet sind. Jedes Haus des kompakten Holzbaus verfügt zudem über einen eigenen Außenbereich. Hinzu kommt ein großer Garten für gemeinschaftliche Aktivitäten der Gruppen.

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