Überraschungssiege in Leipzig und gegen Herne

Der EV Landsberg 2000 bleibt in dieser Saison weiter eine Wundertüte. Kassierte man zuletzt unnötige Niederlagen gegen Rostock und Berlin, ist sportlich jetzt wieder alles in Butter. Mit zwei Siegen gegen Leipzig (2:1 nach Penaltyschießen) und Herne (8:4) hat sich die Mannschaft nach fünf Niederlagen am Stück aus der Krise geschossen.

Mit nur 13 Feldspielern traten die Landsberger bei den Blue Lions in Leipzig an. Dominik Nörenberg war noch nicht fit, sein Bruder Daniel gesperrt, Andreas Widmann musste nach seiner schweren Knieverletzung doch unters Messer und Christian Köllner war krank. Trotzdem zeigte das letzte Häuflein an EVL-Cracks eine starke Partie. Von Anfang an hielt die Mannschaft gut mit und erarbeitete sich Chancen. Im ersten Drittel gingen aber die Hausherren in Führung. Daniel Bartell konnte in der 15. Minute per Rückhand zum 1:0 abschließen. Trotzdem, der EVL kam danach immer besser ins Spiel und hatte Ende des zweiten Abschnitts die große Chance auf den Ausgleich. In doppelter Überzahl scheiterten sie aber immer wieder am überragenden Goalie der Sachsen Sebastian Staudt. Kurz nach Wiederbeginn war aber auch er machtlos. Andreas Schmelcher zog in der 43. Minute einen verdeckten Schuss in Richtung Leipziger Gehäuse und traf zum 1:1. Dass es auch nach 60 Minuten noch so stand, hatten die Landsberger ihrem starken Torwart Peter Holmgren zu verdanken. Selbst in doppelter Unterzahl brachte er die Stürmer der Blue Lions mit seinen sensationellen Paraden zur Verzweiflung. Auch in der Verlängerung stand er seinen Mann, so dass das Penaltyschießen die Entscheidung bringen musste. Von den fünf angetretenen Schützen traf nur Jordie Preston zum 2:1-Endstand für den EVL. Auch gegen die mit DEL-Stars gespickte Mannschaft aus Herne war der EVL eigentlich nur krasser Außenseiter. Trotzdem kam das Team gut aus der Kabine und war anfangs die klar bessere Mannschaft. Einige gute Angriffe rollten auf den Kasten der Westfalen, das 1:0 machten aber die Gäste. Paul Flache, der vor wenigen Wochen noch bei den Augsburger Panthern unter Vertrag stand, zog in Überzahl vom rechten Bullypunkt direkt ab und traf ins linke untere Eck (in der 6. Minute). Die Landsberger zeigten sich aber nicht schockiert, marschierten weiter nach vorn. Doppelschlag zum 2:1 In der 17. und 18. Minute gab es schließlich die Belohnung dafür. Bei einem Konter von Thorsten Rau und Alex White stiefelte Anton Bader mit dem Schlittschuh die Scheibe erst zum 1:1 ins eigene Tor. Dann profitierte Paul Caponigri von einem Fehlpass der Crusaders, schob nach links auf Markus Rohde und der EVL-Stürmer traf ins leere Tor zum 2:1.Anfangs des zweiten Drittels hatten die Landsberger dann einige kritische Situationen zu überstehen. Teilweise musste die Scheibe in doppelter Unterzahl von der Linie gekratzt werden. Allerdings überstanden die Mannen von Franz-Xaver Ibelherr die Phase bravourös und legten sogar selbst nach. Thorsten Rau schlenzte in der 26. Minute die Scheibe im Powerplay äußerst lässig ins rechte Kreuzeck – 3:1. Das Starensemble aus Westfalen war nun endgültig entzaubert und kassierte in eigener Überzahl sogar noch das 4:1 (in der 30. Minute). Bei einem Konter mit Thorsten Rau tunnelte Jordie Preston Hernes Goalie Christian Lüttges. Thorsten Rau hatte wenig später (in der 34. Minute) sogar das fünfte Tor auf dem Schläger, allerdings konnten zwei HEV-Verteidiger den Puck noch aus der Gefahrenzone schlagen. Davor traf Shwan McNeil mit einem Lupfer nur die Querlatte. Herne hatte auf der anderen Seite Glück, dass Markus Rohde wenige Sekunden vor Drittelende nur den linken Pfosten traf. Groß zittern um den Sieg mussten die Landsberger aber nicht mehr. Nach einem Konter über Daniel Nörenberg sorgte Tobias Katenmeier in der 44. Minute mit dem 5:1 für klare Verhältnisse. Nach einer Matchstrafe gegen Sebastian Pigache machte Alex White in der 48. Minute mit dem 6:1 das halbe Dutzend voll. Innerhalb von drei Minuten kamen die Gäste zwar durch Schenkel (in der 49. Minute), Flache (in der 51. Minute) und Bader (in der 52. Minute) noch einmal auf 6:4 heran und sorgten mit etlichen brenzligen Situationen vor dem EVL-Tor für Gefahr – der Landsberger Sieg war aber in trockenen Tüchern. Alex White und Sebastian Wolsch sorgten innerhalb von 13 Sekunden noch für den 8:4-Endstand (in der 59. Minute). Damit ist der EVL2000 wieder in Reichweite zu Platz sechs. Mit einem Sieg am Wochenende könnte man mit dem EHC Klostersee wieder die Plätze tauschen. Zuvor steht aber am Freitag eine lange Auswärtsfahrt nach Rostock an. Am Sonntag, um 18 Uhr, kommen dann die Eisbären Juniors aus Berlin an den Hungerbachweg.

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