Umzug aus Brandschutzgründen

Derzeit garantiert ein Außentreppengerüst auf der Südseite des Kindergartens St. Johann einen zweiten Fluchtweg. Um den Brandschutz langfristig zu gewährleisten, muss die Marktgemeinde für rund 140000 Euro nachbessern. Foto: Weh

Den Buben und Mädchen des Kindergartens St. Johann steht nach den Weihnachtsferien ein großer Umzug bevor. Weil die Brandschutzmaßnahmen in dem rund 100 Jahre alten ehemaligen Schulgebäude nachgebessert werden müssen, wird der laufende Kindergartenbetrieb im Januar in den Schützen- sowie Jugendraum des Sportzentrums ausgelagert.

Wie Hermann Bader von der Bauverwaltung im Gemeinderat erläuterte, habe die Feuerbeschau gezeigt, dass der Brandschutz derzeit nicht ausreichend sei. „Das Problem ist: Wenn im Flur Feuer ausbricht, dann sind der Mehrzweckraum und ein Gruppenraum komplett vom Treppenhaus abgeschnitten.“ Da die Räume des Kindergartens im ersten Stock liegen, müssten die Kinder im Fall des Falles per Drehleiter über die Fenster gerettet werden. Bei rund 20 Kindern pro Gruppe und sieben bis zehn Minuten Rettungszeit pro Person ein Unding. Die Bauverwaltung strebt daher eine so genannte Bypass-Lösung an: Da der zweite Gruppenraum ohnehin an ein zusätz­- liches Treppenhaus angeschlossen ist, sollen der Mehrzweckraum sowie die beiden Gruppenräume per Durchbruch mit­- einander verbunden werden und somit einen Fluchtweg zum zweiten Treppenhaus garantieren. Da es sich bei den Zwischenwänden um Tragmauern handelt, erfolgt der Durchbruch aber auf Höhe einer zweiten Nutzungsebene, die in die Räume eingezogen werden soll. Der Vorteil: Gleichzeitig erhält jede Gruppe auf der zweiten Ebene eine zusätzliche Nutzfläche von 16 Quadratmeter. Mit weiteren Brandschutz­maß­nahmen wie der Einbau eines Hausalarms und fehlender Rauchmelder im gesamten Gebäude, eines Rauchabzugs im Haupttreppenhaus oder einer Brandschutztüre zum Speicher belaufen sich die geschätzten Kosten auf rund 140000 Euro. Zwei Drittel, also rund 93300 Euro, müsste die Marktgemeinde übernehmen, ein Viertel (35500 Euro) zahlt laut Kostenzusage die Bischöfliche Finanzkammer und die restlichen 11700 Euro entfallen auf die Kirchenstiftung St. Johann. Bürgermeister Dr. Klaus Bühler betonte, dass der Kindergarten zwar aufgrund eines für vier Monate und 5000 Euro gemieteten Außentreppengerüstes auf der Südseite derzeit „betriebsfähig“ sei, „aber das ist sicher keine Dauerlösung.“ Dass die Brandschutzmaßnahmen ein Problem seien, sah auch Alex Glaser (GAL) ein, „aber was mich stört, ist, dass wir jetzt 140000 Euro investieren und gar nicht wissen, was aus dem Kindergarten wird.“ Er schlug vor, die Brandschutzmaßnahme zwar zu Ende zu planen, aber vor der Durchführung den Bedarf zu ermitteln. Der Antrag von Fraktionskollegin Gabriele Triebel, die Durchführung der Brandschutzmaßnahme zu vertagen und erst die aktuellen Belegungszahlen abzuwarten, wurde mit 3:20 Stimmen abgelehnt. „Dass die Räume brandschutzmäßig ausge­- baut werden müssen, ist unabhängig von der Zahl der Kinder“, so Bühler „Ich gehe davon aus, dass Kaufering-Dorf seinen Kindergarten mit mindestens einer, wenn nicht sogar zwei Gruppen, behalten wird.“

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