Umzug nur mit Wunschliste

Die Erfolgsgeschichte Mittagsbetreuung an der Grundschule Kaufering hat in der Marktgemeinde eine große Raumtausch-Debatte ausgelöst. Foto: Kruse

Nur in einem sind sich alle Parteien in Kaufering einig: Die Mittagsbetreuung braucht angesichts ihrer Erfolgsgeschichte zusätzliche Räume und diese sollen am Franz-Senn-Weg geschaffen werden. Ob man dafür aber im ehemaligen VfL-Vereinsheim das Erbbaurecht der Schützen und des VfL ablöst und damit eine Lösung „unter einem Dach“ verwirklicht oder doch nur Container daneben aufstellt, bleibt umstritten. Auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung fand man keine Lösung, im Planungsausschuss sollen nun noch die beiden Vereine dazu gehört werden. Die Entscheidung steht für 18. Januar an.

Im Lichte der nötigen Bürgermeister-Neuwahl hatte die jüngste Debatte durchaus einen Anflug von Wahlkampf, zumal die wesentlichen Argumente längst zuvor ausge­tauscht worden waren. „Dann fassen wir den Beschluss also erst in der Januar-Sitzung“, meinte Bürgermeister Dr. Klaus Bühler. „Ehrlich gesagt, viel Neues wird bis dahin nicht mehr dazu kommen, es weiß doch jeder schon ganz genau, um was es geht.“ Dennoch nutzten einige Räte die Gelegenheit noch einmal, um ihre Prioritäten vorzutragen. Im Wesentlichen stehen zwei Modelle zur Wahl. In de „großen Lösung“ räumen die Schützen und der VfL ihre Räume im „Haus B“ (das ehemalige Vereinsheim, das zum Teil bereits von der Mittagsbetreuung genutzt wird). Der Schützenverein Enzian könnte demnach das bisherige Jugendhaus OVAL am Lechbad zusammen mit den Modelleisenbahnern beziehen. Das Jugendhaus würde dann in Containerbauweise neu aufgestellt werden – dafür sucht man mit einer Umfrage derzeit einen Standort. Dr. Bühler: „Das bietet sich an, weil sich da die Anforderungen alle paar Jahre ändern.“ Bei der „kleinen Lösung“ bleiben alle, wo sie zurzeit sind, die zusätzlichen Räume für die Mittagsbetreuung würden in Containern am Franz-Senn-Weg eingerichtet. Das findet vor allem beim Bürgermeister sowie Hans Koch (SPD) und der UBV keinen Anklang. „Das wäre ein Flickwerk und würde eines bleiben“, so Dr. Bühler. „Wir sollten jetzt das Gesamtpaket beschließen“, meint auch Prof. Michael Kortstock (UBV). „Das ist immerhin so im Ausschuss besprochen und auch fast einstimmig beschlossen.“ Auch Koch findet: „Wir können doch nicht den Ehrenamtlichen ihre wertvolle Arbeit noch so schwer wie möglich machen. Die Containerlösung geht einfach nicht, man muss dann immer von einem zum anderen Raum ins Freie. Früher oder später wird der VfL seine Räume und Plätze zusammenführen müssen, das ist nur ein Vorziehen dieser Maßnahme. Wenn wir jetzt ablösen, haben wir einen echten Vorteil dank der Grundstücksgröße.“ Ganz anders sieht das sein SPD-Fraktionskollege Thomas Wiesmann. „Ich plädiere dafür, nur die Mittagsbetreuung mit Containern zu erweitern und die anderen Maßnahmen nicht anzugehen. Wenn man die alte Tribüne und die Umkleide wegreißt, könnte man das alles baulich verbinden und direkt von den Containern in das Haus B gehen.“ Zustimmung bekam er dafür von Gabriele Triebel (GAL) und Meinrad Mayrock (CSU). Hans Pilz (GAL) fand deutliche Worte: „13000 Euro sind für die Sanierung des Schützenheims eingeplant. Und in diese Schimmelbude mit Asbestzement soll dann ein Kindergarten rein, da verstehe ich die Welt nicht mehr.“ Die Mittagsbetreuung selbst würde die „große Lösung“ vorziehen. „Wir können die viele Arbeit überhaupt nur leisten, weil wir sehr gut zusammenarbeiten und verzahnen“, sagte die Teamleiterin Gabriele Miler. „Anders geht es gar nicht. Wenn da jetzt Container aufgestellt werden, sehe ich echte Probleme.“ Wie hoch die finanziellen Belastungen für die Marktgemeinde bei einer großen Lösung sind, ist noch nicht ganz klar. In diesem Fall würde der bisherige Fußballplatz für eine „lockere Bebauung im nördlichen Bereich“ freigegeben, was eine erhebliche Summe in die Kasse spülen könnte. Allerdings hat der VfL für den Fall, dass er das Gelände aufgibt, schon eine umfangreiche „Wunschliste“ für die dann nötige Erweiterung am Sportzentrum an den Gemeinderat geschickt. Sie enthält: Großfeld, zwei Kleinfelder, sechs Umkleideräume, bis zu zwei Lagerräume, einen Jugendraum mit Übernachtungsmöglichkeit, einen Gemeinschaftsraum mit Grillplatz“. Das will Gabriele Triebel nicht: „Ich sehe nur die Notwendigkeit bei der Mittagsbetreuung. Die Lösung mit dem Jugendhaus ist sicher suboptimal, aber das Geld, das man jetzt in die Hand nehmen will, ist zuviel.“

Meistgelesene Artikel

Ein Kreisverkehr ist out

Kaufering – Pendler, die morgens zur Hauptverkehrszeit auf der alten B17 in Richtung Landsberg unterwegs sind, kennen das Problem zur Genüge. Wenn …
Ein Kreisverkehr ist out

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Landsberg – Die Stadt hat den Bewohnern der Schwaighofsiedlung, dem Bauträger und den Interessenten für die 23 Reihenhäuser an der Jahnstraße im Jahr …
Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Kommentare