Unbefriedigende Sparrunde

Mehrere hundert Kinder aus Carl-Orff- und Mädchenrealschule warten im Regen auf ihren Bus – auch in Zukunft. Geld für die Überdachung des Buswartebereichs will die Marktgemeinde nicht ausgeben. Foto: Robert

Eigentlich müsste die Marktgemeinde den Gürtel nun enger schnallen und Geld einsparen. Dies gelang den Mitgliedern des Finanzausschusses in der ersten Beratungssitzung für den Verwaltungshaushalt 2011 nur in Maßen. Unter dem Strich konnten die Ausgaben lediglich um 76700 Euro reduziert werden, so dass das große Streichkonzert nächste Woche folgen muss, will man sich nicht neu verschulden.

Wenig Einsparpotential bietet der EDV-Bereich. Edgar Maginot hatte die Zahlen überschlagen „und bei 100000 Euro aufgehört“. Er wollte wissen, wie die Kosten zustande kommen und ob eine Inventarliste geführt werde. Weniger in den Schulen als im Rathaus schlagen die Software-Programme mit teuren Lizenzen zu Buche. Wenn etwa ein neuer Pass mit biometrischen Angaben gefordert ist, müsse auch der Markt auf dem neuesten Stand sein, erläuterte Bürgermeister Herbert Kirsch. Jahr für Jahr steigen auch die Kosten für die Schule an. Der Gemeinderat schiebt schon einige Zeit die Erneuerung der Heizungssteuerung in der Carl-Orff-Schule vor sich her. Kostenvoranschlag: eine Viertelmillion Euro. Schulreferentin Antoinette Bagusat (Dießener Bürger) bat eindringlich, sich dieses Problems anzunehmen, die Heizkörper lassen sich nicht mehr regulieren, Ersatzteile für die Steuerung gibt es nicht mehr. Auch die Telefonanlage im gesamten Schulhaus sei völlig veraltet. Kirsch warb ebenfalls um Zustimmung. Man einigte sich auf einen Ortstermin. Den Wunsch Rektor Bauers nach einem ausgebauten Dachgeschoss will man dagegen in keinem Fall erfüllen, aufwändige Brandschutzmaßnahmen und zu hohe Kosten sprechen dagegen. Und eine überdachte Buswartezone wird es ebenfalls nicht geben – diesbezüglich lässt der Markt die Schüler völlig im Regen stehen. „Das ist hier kein Wunschkonzert. Die Schüler kriegen Schnupfen, nur weil es uncool ist, eine Jacke anzuziehen“, schimpfte Michael Behrendt. Der UBV-Gemeinderat und HNO-Arzt regte aber an, in der Musikschule Dießen die alten Nachtspeicheröfen austauschen zu lassen. Künftig wird dort wie im benachbarten Jugendzentrum mit Gas geheizt – die Voraussetzungen waren schon vor Jahren geschaffen worden. Hanni Baur (SPD) und Wolfgang Salzmann (CSU) wetterten schließlich wieder fast einstimmig gegen die finanzielle Beteiligung der Gemeinden bei den Ganztagsklassen: Immerhin 5000 Euro pro Klasse verlangt die Regierung jährlich als Zuschuss für die Betreuungskosten, für dieses Jahr sind es 40000 Euro, Tendenz natürlich steigend: Während schon jetzt die Hälfte der neuen Klassen Ganztagsunterricht hat, prophezeite Kirsch, dass es in spätestens zehn Jahren überhaupt keine Regelklassen mehr gebe.

Meistgelesene Artikel

Ein Kreisverkehr ist out

Kaufering – Pendler, die morgens zur Hauptverkehrszeit auf der alten B17 in Richtung Landsberg unterwegs sind, kennen das Problem zur Genüge. Wenn …
Ein Kreisverkehr ist out

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Landsberg – Die Stadt hat den Bewohnern der Schwaighofsiedlung, dem Bauträger und den Interessenten für die 23 Reihenhäuser an der Jahnstraße im Jahr …
Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Kommentare