Waffennarr muss ins Gefängnis

Aus Liebe zur Waffe

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Landsberg – Weil er drei unerlaubte Waffen besaß, muss ein 39-Jähriger aus dem nördlichen Landkreis für zwei Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Bei seiner Verurteilung spielte auch eine Rolle, dass er bereits zweimal wegen Nachstellung und Bedrohung vorbestraft war. Der Luftfahrtmechaniker hatte seiner Ex-Freundin immer wieder aufgelauert.

Vor einem Jahr fand die Polizei im Haus des Angeklagten ein vollautomatisches Schnellfeuergewehr sowie ein Pumpgun und eine Schreckschuss- pistole, dazu fast 6000 Schuss Munition. Außerdem wurden ein Kleinkaliber- und zwei Luftgewehre, ein Zielfernrohr und Mündungsdämpfer, ein Schlagstock und mehrere Messer, Handfackeln und Signalfeuer sichergestellt.

Er habe das alles ursprünglich korrekt erworben, beteuerte der Sportschütze. Seine Waffenbesitzkarte wurde ihm allerdings entzogen, nachdem er zum ersten Mal wegen Stalkings verurteilt worden war.

Lauf verschweißt

Bei dem Schnellfeuergewehr, das unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fällt, hatte er den Lauf mit einem Spezialverschluss verschweißt. Man hätte es also nicht benutzen können, argumentierte der Angeklagte. „Das war ein reines Deko-Gewehr.“ Ein Gutachten des Bundeskriminalamts besagte jedoch, dass man den Verschluss unter Umständen wieder hätte entfernen können.

Die Waffen seien in zwei verschlossenen Schränken untergebracht gewesen, beteuerte der 39-Jährige. Nur er habe die Schlüssel dazu gehabt. Minuten später war er der Lüge überführt, als ein Beamter der Kripo Fürstenfeldbruck im Zeugenstand von der Durchsuchung berichtete. „Die Waffen waren überall im Haus versteckt, auf dem Dachboden, im Keller, unter dem Sofa.“ Das Pumpgun habe griffbereit im Auto gelegen, die dazugehörige Munition hatte der Angeklagte in den Aschenbecher und die Türablage gestopft. Von der Polizei dazu befragt, soll er Selbstmordabsichten geäußert haben.

Dafür, dass der Mann seiner Ex-Freundin etwas antun wollte, gab es keine Anhaltspunkte. Doch die ganze Vorgeschichte sprach gegen ihn. Nach dem Ende der Beziehung im Jahr 2011 fuhr er der Frau immer wieder im Auto hinterher, tauchte vor ihrem Haus auf oder passte sie ab, wenn sie frühmorgens zum Geltendorfer Bahnhof ging. Er verklebte ihr Türschloss mit Flüssigklebstoff, ritzte seine und ihre Initialen in die gefrorene Heckscheibe ihres Autos, drohte ihr und ihrem neuen Freund. Zweimal stand er deswegen vor Gericht, wurde zunächst zu einer Geldstrafe und dann zu elf Monaten auf Bewährung verurteilt.

Nun muss er hinter Gitter. Auch die Wochen vor der Verhandlung vor dem Schöffengericht Landsberg hatte er bereits im Gefängnis verbracht, weil er zuvor zwei Gerichtstermine hatte platzen lassen – den ersten wegen eines angeblichen Herzinfarkts, den zweiten wegen eines angeblich gebrochenen Arms (der KREISBOTE berichtete). Beide Male fehlte eine rechtzeitige Entschuldigung, so dass Richterin Sabine Grub schließlich einen Haftbefehl erließ.

Ulrike Osman

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