Unerwarteter Geldsegen

2,8 Millionen Euro aus einer einmaligen Gewerbesteuerzahlung lassen den Haushalt der Gemeinde Weil in diesem Jahr weitaus besser dastehen als erwartet. Dennoch warnte Kämmerer Gerhard Geisler bei der Vorstellung des Zahlenwerks im Gemeinderat vor Euphorie. „Die Lage bleibt angespannt, selbst wenn wir das Geld behalten dürfen.“

Denn auch die Stadt München erhebt Anspruch auf die Summe, bei der es sich um eine einmalige, projektbezogene Zahlung einer in Weil ansässigen Firma handelt. Frühestens im Herbst wird die Streitfrage geklärt sein, so Bürgermeister Anton Bauer. „Bis dahin aber ist das Geld bei uns auf dem Konto.“ Damit hat der Haushalt heuer ein Volumen von insgesamt 10,7 Millionen Euro, von denen 7,3 Millionen Euro auf den Verwaltungs- und 3,4 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt entfallen. Mit rund 600000 Euro fließt die größte Investitionssumme in Grunderwerb und Straßenbau im neuen Baugebiet Kreuzacker II in Schwab­hau­sen. 115000 Euro wurden für Baumaßnahmen am Weiler Friedhof eingestellt. An den Abwasserzweckverband Penzing-Weil fließen 138000 Euro für den Bau einer solaren Klärschlammtrocknungsanlage. In diesem wie auch im folgenden Jahr kommt die Gemeinde ohne neue Kreditaufnahmen aus und kann stattdessen ihre Verbindlichkeiten um 415000 Euro reduzieren. Der Schuldenstand sinkt damit zum Ende des Jahres auf 4,7 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Veschuldung von rund 1200 Euro entspricht. 1,7 Millionen Euro können der allgemeinen Rücklage zugeführt werden. „Diese Entwicklung tut uns momentan sehr gut, wird sich leider aber nicht dauerhaft fortsetzen“, erläuterte Kämmerer Geisler. Für das Jahr 2012 sieht er einen Haushaltsfehlbetrag von 1,8 Millionen Euro voraus – das Resultat steigender Umlagen und sinkender Schlüsselzuweisungen, die auf die hohen Mehreinnahmen in diesem Jahr zurückzuführen sind. Dabei müssen auch in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen geschultert werden, etwa der Ausbau der Breitband­- ver­­sorgung und die Erneuerung der Ortsdurchfahrten von Petzenhausen und Geretshausen. „2012 wird ein Problemjahr werden“, so Geisler. Nach den erwarteten Zahlen werde der Haushalt nicht genehmigungsfähig sein, weil der Kreditbedarf das angepeilte Investitionsvolumen übersteigen dürfte. „Das bedeutet, dass wir eventuell einzelne Maßnahmen verschieben müssen.“

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