Ungewisse Schul-Zukunft in Walleshausen

Die Außenstelle Walleshausen der Geltendorfer Grundschule steht vor einer ungewissen Zukunft. Aufgrund rückläufiger Kinderzahlen können, entsprechend den Vorgaben aus dem Kultusministerium, für das kommende Schuljahr in der gesamten Gemeinde nur neun Grundschulklassen gebildet werden. Nach den Vorstellungen des staatlichen Schulamtes würden dann alle Jahrgänge zweizügig in Geltendorf unterrichtet, während für Walleshausen maximal eine vierte Klasse übrig bliebe. Damit wäre das Ende der Schule vorprogrammiert. Gemeinde und Eltern wollen sich damit nicht abfinden.

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Bürgermeister Wilhelm Lehmann, der gemeindlichen Schulreferentin Elisabeth Raymann von Loefen, weiteren Gemeinderäten und Elternvertretern sowie Schulrektorin Maria Wegele und Konrektorin Veronika Büttner-Meder, befasst sich seit einigen Wochen mit dem Thema. Bei einer Diskussionsveranstaltung im vollbesetzten TTC-Heim in Kaltenberg, an der auch Schulrat Rudolf Schönauer teilnahm, wurde in der vergangenen Woche nach einer Lösung gesucht. Verschiedene von der Arbeitsgruppe erarbeitete Klassenmodelle würden den Fortbestand der Walleshauser Schule ermöglichen. Klarer Favorit bei den Eltern wäre eine Konstellation, bei der eine neue erste Klasse mit neun Kindern aus Walleshausen, dreien aus Kaltenberg und sieben aus Hausen gebildet und die bestehende Jahrgangskombi als Klasse 2/3 fortgeführt würde. Die Jahrgangskombi war 2008 eingeführt worden, weil schon damals die Kinderzahlen für zwei Klassen zu gering waren. Den Eltern machte man das Modell seinerzeit unter anderem mit der Aussage schmackhaft, dass es den Schulstandort auf Jahre hinaus sichern würde. Umso größer ist jetzt die Empörung. Raymann von Loefen nannte weitere schlagkräftige Argumente für den Erhalt der Walleshauser Schule. So sei das Gebäude schließlich erst vor sechs Jahren mit erheblichem finanziellen Aufwand saniert worden. Und das Geltendorfer Schulhaus wäre zu klein, wenn es alle Kinder aus dem Gemeindegebiet aufnehmen müsste, zumal dort auch noch Mittagsbetreuung und Hort untergebracht sind. So könnte die absurde Situation entstehen, dass die Geltendorfer Schule erweitert werden müsste, während das Walleshauser Gebäude leer steht. Auch die Geltendorfer Turnhalle sei bereits ohne zusätzliche Klassen voll ausgebucht, so Raymann von Loefen. Schulamt für Zusammenlegung Das Schulamt hält dagegen, dass eine Zusammenlegung besser sei als „Zerrissenheit“. Eine zentrale Schule würde das „Wir-Gefühl“ unter den Kindern stärken und einen besseren pädagogischen Austausch unter den Lehrkräften ermöglichen. Vor allem aber komme man nicht an der Tatsache vorbei, dass das Kultusministerium für die Gemeinde nur neun Klassenlehrer-Planstellen genehmigt habe. Folglich könne es auch nur neun Klassen geben. Schulrat Schönauer: „Dauerhaft ist Walleshausen nicht zu halten.“ Die voraussichtliche Entwicklung der Kinderzahlen in der Gesamtgemeinde belegt dies nicht unbedingt. Nach 46 neuen Erstklässlern in diesem Herbst werden 2010 schon 49 erwartet, im Jahr darauf sogar 63. Gemeinderat Christian Engelstädter ist sich denn auch sicher: „Wenn wir dieses Jahr schaffen, schaut es nächstes Jahr schon besser aus.“ Die Gemeinde will nun alles daransetzen, doch noch die zehnte Lehrkraft genehmigt zu bekommen.

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