Unsichtbarer Umweltschutz

Wer es nicht weiß, dem fällt nichts auf außer einer größeren Kiesfläche, die abgetrennt vom restlichen Luna-Park an die Lechstraße angrenzt. Doch darunter verbirgt sich ein Bauwerk, das sich die Stadt rund 710000 Euro hat kosten lassen. Das unterirdische Regenüberlaufbecken RÜB04 ist das siebte seiner Art in der Lechstadt und stellt zugleich den Abschluss der Bauarbeiten am Mischwasser-Entlastungssys-tem dar. Am Mittwoch erfolgte die offizielle Inbetriebnahme.

Schon im vergangenen September war das Becken in der Lechstraße nach rund viermonatiger Bauzeit fertiggestellt worden. Aufgrund des früh einsetzenden und langen Winters habe man die letzten Arbeiten wie das Teeren der Straße jedoch erst jetzt erledigen können, erklärte Rainer Aufschneider, dessen Ingenieurbüro den Bau geplant hat. Aufgabe der Regenüberlaufbecken ist es einerseits, bei Niederschlägen den Schmutz zurückzuhalten und andererseits bei längeren Regenfällen das in den Lech „abgeschlagene Mischwasser“ mechanisch zu reinigen. 70 Prozent der Gewässerbelastung mache der durch Regen gelöste Schmutz aus, erklärte Johannes Riedl vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim. Er beglückwünschte deshalb die versammelten Stadtratsmitglieder und Oberbürgermeister Ingo Lehmann zur Fertigstellung. Die Kanalisation der Stadt sei damit auf dem Stand der Technik angelangt und gehöre nun bayernweit zur Spitze. Schon vor 30 Jahren habe man sich in Landsberg entschieden, Regen- und Schmutzwasser gemeinsam abzuleiten, blickte Aufschneider zurück. Vor 26 Jahren sei schließlich die Entscheidung gefallen, den Schmutz durch Regenüberlaufbecken zurückzuhalten. Seitdem wurden sieben derartige Becken mit einer Gesamtkapazität von 3800 Kubikmetern geschaffen. Insgesamt belaufen sich die Baukosten auf 5,8 Millionen Euro. Angesichts der Höhe der Investitionen sei es nur schade, dass der Bürger diese gar nicht wahrnehme, da die Bauten nicht sichtbar seien, stellte Lehmann bedauernd fest. An der Notwendigkeit zweifelte das Stadtoberhaupt aber nicht: „Wir haben damit in viele Jahre Umweltschutz investiert.“

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