Unter die städtische Haube

FUN bleibt FUN, allerdings nicht mehr als Eigenbetrieb, sondern als Regiebetrieb unter dem Dach des städtischen Haushaltes. Logo: Stadt LL

Fürwahr ein kurzes Intermezzo: Nach gerade mal etwas mehr als fünf Jahren ist der unter Ex-OB Ingo Lehmann (SPD) installierte Eigenbetrieb „Freizeit, Unterhaltung, Nutzungsmanagement“ (FUN) bereits wieder Geschichte. Der Stadtrat hat sich am Mittwoch einstimmig dafür ausgesprochen, das Gebilde zum Jahreswechsel als „Regiebetrieb“ wieder in den städtischen Haushalt zurückzuführen.

Wie im KREISBOTEN berichtet, hatte der Bayerische Kommunale Prüfungsverband (KPV) der Stadt im Januar nahegelegt, „kritisch zu überprüfen, ob ein Eigenbetrieb zur Vermietung von städtischen Räumen erforderlich“ sei, und zudem über dessen Fortbestehen zu entscheiden. Die Rechnungsprüfer wiesen darauf hin, dass „durch die getrennte Führung eines Eigenbetriebes zusätzliche Kosten gegenüber einer Führung im gemeindlichen Haushalt“ entstünden. Bereits in der Vergangenheit, vor allem bei Haus­- haltsberatungen, war­en im Stadtrat immer wieder kritische Stimmen zu FUN laut geworden – ausgelöst vom hohen Defizit der Einrichtung: rund 450000 Euro be­trug es in 2010, die Wirtschaftspläne für die beiden Folgejahre wiesen über 800000 und knapp 720000 Euro aus. Das sei dem vielfältigen und weiter wachsenen Aufgabenbereich geschuldet. Bürgermeister Norbert Kreuzer (CSU) konnte dem auch Gutes entnehmen: „FUN hat einen Überblick über den finanziellen Aufwand gebracht; allein diese Erfahrung war schon wichtig.“ Werkleiter Anton Sirch: „Das bei der Betriebsgründung verfolgte Ziel, eine zentrale Stelle als Ansprechpartner für öffentliche Räume und Veranstaltungsmanagement zu schaffen, hat sich bewährt.“ Unter­- schätzt, räumte Sirch nun im Stadtrat ein, habe man die dabei zu erfüllenden Aufgaben im Bereich des Rechnungswesens und der Buchhaltung. Letztere war im vergangenen Jahr an einen Landsberger Steuerberater vergeben worden. Grundsätzlich: Mit jeder neuen Aufgabe oder Zuständigkeit sei auch der Personal- und Sachaufwand gewachsen. Allein hier könnten mit einer Rückführung in den städtischen Haushalt jährlich rund 50000 Euro eingespart werden, rechnete Sirch vor. Der aktuelle Stellenplan weist inklusive Werklei­- tung 17,6 feste Stellen, zwei Aus­zubildende und 24 geringfügig Beschäftigte aus. Er sei dankbar, sagte Ludwig Hartmann (Grüne), dass das Thema FUN so schnell auf die Tagesordnung kam. Hartmann, wie auch Christoph Jell (UBV), wollten nun aber überprüft wissen, ob zu FUN nicht „die eine oder andere Aufgabe zu viel“ gekommen sei, oder aus dem Programm zu streichen sei – etwa die Silvesterparty, die in 2010 ein 7756 Euro-Defizit verzeichnete. „Die wird es heuer nicht mehr geben“, sagte Sirch. Und der Aufwand fürs Stadtfest werde um rund zwei Drittel reduziert. Neu und beschlossen ist weiterhin, dass die Gastronomie im Foyer des Stadttheaters ab April 2013 wieder verpachtet werden soll. Apropos Theater. Auf den Prüfstand komme laut OB Mathias Neuner (CSU) auch das „Filmforum“. Unter dem Strich sorgt es laut Wirtschaftsplan für ein FUN-Defizit von 6500 Euro, allerdings wird es von der Stadt mit 37000 Euro gefördert. Helmut Weber (CSU) moniert den hohen Zuschuss, der ursprünglich nur als Starthilfe vorgesehen war, seit Jahren in den Haushaltsberatungen, zumal die Eintrittsgelder beim „Filmforum Landsberg Kurt Tykwer“ verbleiben – „zur Abdeckung der eigenen laufenden Kosten“.

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